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Am 2. März. 715
wollte, und rief: „ja, ich bin katholisch," durchbohrte man il,n mit
vielen Dolchstichen, und stürzte ihn ebenfalls in's Meer. Auf ahn:
liche Weise wurden Alle, welche zur Pflege der Verwundeten im
obern Theile des Schiffes sich befanden, in wenigen Augenblicken
geschlachtet; oer Eine durch einen einzigen Säbelhieb, der den Kopf
ihm entzwei schlug; der Andere mit einer Picke, welche ihn durch
und durch spieste; noch ein Anderer durch wiederholte Streiche mit
Muskctcnkolben. Die Meisten wurden, noch lebend, von den un-
menschlichen Mördern, unter den smchterlichsten Beschimpfungen fort:
geschleppt, und in die Wellen gestürzt.
Diese waren indeß nur die Erstlinge der barbarischen Wuth.
Noch dreißig andere Missionäre, und unter ihnen zwei, die wahrend
des Gefechtes im Dienste heiliger Liebe schwer verwundet worden
waren, hielten sich im untern Schiffsräume auf, wo sie das Schick-
sal ihrer Mitbrüdcr nur erst durch Muthmaßungen errathen konnten.
Fast Alle waren in der schönsten Blüthe der Iünglingsjahrc. Die
Unschuld zeigte sich auf ihren Stirnen. Allein als Missionäre, oder
als Zöglinge derselben, durch die einst der katholische Glaube aus;
gebreitet werden sollte, hatten sie nach dem Urtheile ihrer ketzerischen
Ucbcrwinder das unverzeihlichste Verbrechen auf sich. Man zog sie
aus ihrem Aufenthaltsorte hervor, und ließ sie auf das Verdeck des
Schiffes steigen, um das schamlose und blutige Spiel mit ihnen
recht gemächlich zu treiben. Das Schamgefühl verbietet, hier zu
erzählen, was mit den schuldlosen und starkmüthig ausharrenden
Opfern zügelloser Raserei geschehen ist. Die Schandbubcn schlepp-
ten, nach eben so grausamer als eckelhafter MisMnidlung, die Mär-
tyrer zu zwei und zwei, oder drei und drei, bei den Füßen an den
Rand des Schiffes, stießen ihnen hicr den Dolch oder Degen in die
Brust, und warfen sie in die See, uitter Gotteslästerung und Hohn-
gelächler ihnen nachrufend: „Gehet nun, die stummen Bewohner
des Meeres Beicht zu hören, und ihnen auf gut papstlerisch die
Messe zu halten." Einen von ihnen, ohne Zweifel den wärmsten
Bekenner des wahren Glaubens, banden sie an die Mündung einer
Kanone und brannten sie los. An sich freilich eine der leichtesten
Todesartcn, die aber de» vollen Ausbnich der Grausamkeit desto bes-
ser schildert, je weniger diese dabei ihre Absicht erreichte.
In der heiligen Echaar befand sich ein Jüngling von achtzehn
Jahren, mit Namen Simon a Losta. Sein ganzes Aeußeres schien
eine vornehme Abkunft zu verrathen. Sourie, der sich auf ein be-
trächtliches Lösegeld Rechnung machte, fragte ihn freundlich, wer er
sey'? Der junge Märtyrer antwortete ihm aber nur, im Tone der
alten Blutzeugen: „Ich bin Katholik, ich bin ein Mitglied der Gc-
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen