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716 Die vierzig brasilianischen Missionäre, Märtyrer.
sellschaft Jesu." Alsogleich ward er, auf ein Zeichen des Wüthrichs,
erwürgt, und über Bord geworfen. -—
Alle bekannten ihren Glauben mit gleicher Uncrschrockenhcit;
bei keinem sah man eine Thräne, von keinem hörte man eine Klage,
und keiner I,csi ein Zeichen des Entsetzens an sich bemerken. Bis-
her waren erst neun und dreißig Bckcnner des katholischen Glaubens
vollendet. Der vierzigste, ein Lajenbruder und Koch, wurde, ob:
gleich er nicht weniger standhaft, als die Andern sich zeigte, begna-
digt, weil er sein Geschäft als Koch auf dcm Kaperschiffe fortsetzen
sollte. Also fügte es die Vorsehung zur Verherrlichung der Märty-
rer, denen nebst dcm Zeugnisse der gefangenen Portugiesen, auch das
Zeugniß eines Mannes zu Theil ward, welcher Alles naher, oder
mit einem aufmerksamern, und für die Kundmachung dieses Trium-
phes sorgfältiger wachenden Auge gesehen und beobachtet hatte.
Inzwischen war nun aber die Zahl vierzig; wie vormals bei den
Märtyrern zu Sebastc, in den Rathschlüffen des Ewigen auch bei
den brasilianischen Missionären festgesetzt. Die Stelle des Begna-
digten wurde durch einen Neffen des portugiesischen Kapitäns ausge-
füllt , welcher, von den Tugenden seiner Reisegefährten entstammt,
nicht aufgehört hatte zu bitten, bis er in die Zahl der Novizen auf-
genommen wurde. Da er kein Ocdcnsklcid trug, weil auf dcm
Schiffe kein übriges vorhanden war, stellte er sich den Mördern mit
seinen Brüdern vergebens dar. Man schaffte ihn fort mit dcm Be-
deuten, er sey nicht aus der Zahl der Verbreiter des Papstthums,
welche man hinzurichten entschlossen habe. „ Ihr irrt euch," sprach
der Jüngling mit bewunderungswürdiger Entschlossenheit, „ich bin
in die Gesellschaft Jesu wirklich aufgenommen. Ich gehe auch nach
Brasilien, die Lehre der katholischen Religion zu predigen;" und als
die Lalviner sich anstellten, als hätten sie ihn nicht gehört, ging er
an den Ort, wo verschiedene Märtyrer entblößt da lagen, zog eines
ihrer Kleider an, und trat in demselben abermals vor die Mörder,
die darüber ergrimmten, ihn niedermachten, und in das Meer war-
fen. Die vierzig heiligen Martmer sind von der Kirche feierlich an-
erkannt worden, weil sie aus keiner andern Ursache, ja nicht einmal
unter einem andern Vorwande, als allein wegen ihrer unerschütter-
lichen Anhänglichkeit an dem wahren Glauben geschlachtet wurden.
O, daß wir doch auch, wie diese heiligen Blutzeugen stets ge-
treu erfüllten die Mahnung des Apostels: „Seyd allzeit standhaft
im Dienste des Herrn!" (1. Kor. 1ö, 58.)
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen