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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
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717 Die heilige Theresia, Jungfrau und Ordensstif terin. (Am 15. Oktober.) Die heilige Theresia hat ihr Leben größtentheils selbst beschrie- ben , und zwar aus eine Weise, daß jeder Worwurf eigcnliebiger Parteilichkeit durch den Inhalt dieser Beschreibung, welche den Be- kenntnissen des heiligen Augustin mit Recht an die Seite gestellt werden darf, widerlegt wird. Theresia, die Tochter der adeligen Eltern Alphons Sancho von Copeda, und Beatrix von Ahumada, wurde geboren zu Avila in Altkastilien, am 28. März 1515. Ihr Bater las gerne gute Bü- cher; strebte nur allein nach der Tugend; war liebreich gegen die Armen, und mitleidsvoll gegen die Kranken; freundlich und leutselig gegen Jedermann; behandelte seine Dienerschaft mit außerordentlicher (Gutherzigkeit und Milde; liebte Geradheit und Offenheit, und ver- abscheute jede Verkleinerung des Nächsten. Gleichen Sinn und glei- ches Streben bewies ihre Mutter, und beide vereinigten die sorgfäl- tigste Bemühimg in frommer Erziehung der Kinder, die sie frühe zu Gott bethen lehrten, ihnen auch einflößend eine zärtliche Andacht zu der allerseligsten Jungfrau und z» den Heiligen. Schon im sechs- ten und siebenten Jahre ward Theresia vom Gefühle inniger An- dacht mächtig ergriffen. Sie hatte erst daß zwölfte Jahr erreicht, als ihre Mutter, nach vielen, standhaft erduldeten Leiden starb. In Thränen zerfließend warf sich Theresia vor das Bild der seligsten Jungfrau hin, und flehte zu ihr, sie möchte Mutterstelle an ihr ver- taten. Diese Handlung, die sie mit großer Herzcnseinfalt verrich- tete, schien ihr eine der segensvollsten des ganzen Lebens zu seyn; denn der Fürsprache einer so mächtigen Beschützerin schrieb sie die unzähligen Gnaden zu, die sie vom Himmel erlangte. — Sie hatte cilf Geschwister, liebce alle, und wurde von allen geliebt. Einen der Brüder liebte sie jedoch noch zärtlicher, als die andern. Mit il,in las sie vielfältig in dem Leben der Heiligen. Beide wurden tief gerührt durch die Betrachtung der Liebe Gottes, in der die Hei- ligen so Großes gewirkt, ja sogar viele derselben Marter und Tod freudig erduldet hatten. In Beiden erwachte die Sehnsucht nach gleichem Tode, und nach baldigem Genuß der Freuden des Him- mels. Diese Sehnsucht führte sie zum Entschlüsse, in Bettler ver- kleidet, unter die Mauren zu gehe», um durch ihre Hände für den Heiland zu sterben. Eines Tages entflohen sie in dieser Absicht aus dem vaterlicken Hause, begegneten aber beim Austritte aus der Stadt ihrem Oheim, der sie dahin wieder zurückführte. Sie erhiel«
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
Titel
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Untertitel
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
Band
2
Autor
Anton Mätzler
Verlag
Landshut Verlag
Ort
Wien
Datum
1840
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
9.8 x 16.9 cm
Seiten
982
Schlagwörter
Kirche, Gott, Glaube, Religion
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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