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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
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724 Die heilige Theresia, Iungftau und Ordensstifterin. „Meine Tochter, habe keine Furcht; ich werde dich nicht verlassen; fürchte dich nicht!" und all ihrem Leiden ward plötzlich ein Ende gemacht. Nebst den außerordentlichen Gnaden, mit welchen Gott durch seine vertrauten Heimsuchungen die heilige Theresia auszeich: nete, verlieh er ihr auch die Gabe, künftige Begebenheiten zu schauen. Sie sagte Dinge mehrere Jahre vor, ehe sie sich zugetragen haben, und in Zeiten, wo keine Wahrscheinlichkeit vorhanden war, daß sie sich ereignen würden, und doch geschahen sie alle zur bestimmten Zeit; auch erlangten mehrere Personen auf ihre Fürsprache bei Gott die Genesung von leiblichen Leiden. Bei dem Allen bewahrte die Heilige in sich fortwährend den Geist tiefer Demuth und strenger Buße. Das bloße Andenken ihrer Iugendjahre zermalmte gleichsam ihr Herz. Hausige Nachtwachen, strenge Fasten, Züchtigung ihres Körpers, das Bußkleid, und ein fast ununterbrochenes Gebeth waren die Hauptmittel, deren sie sich bediente, ihre Schwachheiten, die sie Sünden nannte, zu tilgen. Sie wurde zur Priorin ihres Klosters ernannt. Entstammt vom heiligen Eifer für Gottes Ehre, suchte sie die ursprüngliche Strenge ihres Ordens nur deßhalb herzustellen, um den Mitgenofsen desselben die Liebe zur Abtödtung einzustoßen. Ihr Beispiel gab ihren Lehren und Anordnungen das stärkste Gewicht; denn obgleich sie eine sehr schwächliche Gesundheit hatte, sagte sie sich doch weder von den achtmonatlichen Fasten, noch von sonstigen, durch die Regel vorgeschriebenen, Uebungen los. Sie drang vorzüg- lich auf jene vollkommene Entäußerung seiner selbst, durch welche eine Gott geweihte Person sich bestrebt, unaufhörlich nur seinen hei: ligen Willen zu thun. Sie versichert, daß ungeachtet aller Schwie: rigkeiten, diese Tugend die größten Vortheile in ihrem Gefolge habe; indem sie früher oder später der Seele einen ungestörten Frieden bringe. Die Liebe der evangelischen Armuth besaß sie im höchsten Grade. Mit Kraft erhob sie sich gegen die Pracht der Gebäude in den religiösen Orden. Ihren Lebensunterhalt verschaffte sie sich durch eigene Handarbeit. In Allem zeigte sie ihre Liebe zur Armuth und Einfachheit. Bescheidenheit aus ihrem ganzen Wesen, und die Lau- terkeit ihrer Seele, leuchtete auf ihrem Antlitze. Man konnte sie nicht sehen, ohne die Tugend zu lieben, welche auf ihre ganze Per- son einen unaussprechlichen Reiz der Schamhaftigkeit verbreitete. — Eine herzliche Dankbarkeit gegen Jedermann, der ihr einen Dienst erwiesen hatte; eine stets gleich bleibende Geduld in den Kümmer- nissen, die sie ertragen mußte; ein unerschütterliches Vertrauen auf Jesum in den heftigsten Verfolgungen, die sie zu besiegen hatte; ein unüberwindlicher Muth in Unternehmung und Vollführung der schwie- rigsten Dinge, wären die Hauptzüge ihres gottseligen Gemüthes. Sie schien allen Vergnügungen des Lebens entsagt zu haben, und
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
Titel
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Untertitel
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
Band
2
Autor
Anton Mätzler
Verlag
Landshut Verlag
Ort
Wien
Datum
1840
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
9.8 x 16.9 cm
Seiten
982
Schlagwörter
Kirche, Gott, Glaube, Religion
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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