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Am 15. Oktober. 727
ter der Leitung einer so heiligen Mutter dem Himmel entgegen zu
wandeln.
Im August des Jahres 1567 begab sich Theresia nach Mcdina
del Campo, um daselbst ein neues Kloster zu stiften, wobei sie große
Schwierigkeiten zu behaupten hatte, aber auch herrlich besiegte. Im
darauf folgenden Jahre kam, nach dem Wunsche der Gräfin von la
Lerda, welche Theresia in der crsten Zeit des Wittwcnstandes getrö-
stet, und deßhalb ein halbes Jahr bei ihr verweilt hatte, ein ande-
res in dem Städtchen Malogon zu Stande. In einem Landhause
bei Avila wurde der erste Grund zu einem Kloster der unbeschuhten
Carmeliten gelegt. Die zwei berühmten Ordensmänner Anton von
Jesu, und Johann vom Kreuze, traten zuerst in diese neue, obgleich
noch sehr ärmliche Anstalt. Ihre Anzahl wurde bald vermehrt.
Alle führten ein so strenges Bußlebcn, daß Theresia sie bitten mußte,
dasselbe zu mildern, und stifteten durch ihr Prcdigtamt in der um-
liegenden Gegend großen Segen. Schnell vermehrten sich von nun
an die Klöster des reformirten Larmeliten-Ordens, und Theresia
ward fortwährend auf eine unglaubliche Weise beschäftiget. Sie be-
kämpfte die größten Schwierigkeiten, deren viele sich in den Weg
legten, und blieb beständig uncrschüttertcn Muthes, vertrauend auf
den, in dessen Namen sie ihre Kräfte opferte. Den Oberinnen al-
ler von ihr gegründeten Klöster gab sie die weisesten Vcrhaltungs-
regeln, und wenn sie es verlangten, ihren mütterlichen Rath. Aus
Gehorsam mußte sie die Leitung des Klosters von der Menschwer-
dung zu Avila, in welchem ein großer Verfall der Frömmigkeit und
der Zucht eingetreten war, übernehmen. Nach drei Jahren hatte es
eine ganz andere Gestalt erhalten, wetteifernd mit den besten, welche
Theresia gegründet hatte. Auf einmal erhob sich ein gewaltiger
Sturm gegen den Orden, veranlaßt von Larmeliten, welche besorg-
ten, früher oder später die neuen Verbesserungen annehmen zu müs-
sen. Die ärgsten Vcrlaumdungen wurden gegen die unbcschuhten
Carmeliteir und Carinelitinncn ausgestreut, und bis nach Rom ver-
breitet, worauf Theresia von dem Provinzial das Verboth erhielt,
neue Klöster zu stiften, und den Befehl, das einmal von ihr ge-
wählte Kloster nicht zu verlassen. Die erhabene Seele setzte der
Ungerechtigkeit Gehorsam, Stillschweigen und Geduld entgegen. Sie
blieb in ungetrübter Heiterkeit, und rächte sich an ihren heftigsten
Widersachern dadurch, daß sie eifrigst bemüht war, ihnen Dienste zu
leisten. Nachdrücklich nahm sie sich aber auch um die an, die mit
ihr verfolgt wurden, und becifertc sich, sie zu trösten, und in der
Geduld zu erhalten. Endlich brachte sie es dahin, daß den Bar-
füßer-Carmelitcn ein eigener Provinzial aus ihrer Mitte gegeben
wurde, und der Sturm legte sich. Der Widersprüche ungeachtet,
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen