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728 Die heilige Theresia, Jungfrau und Ordensstifterin.
die sich gegen die Ansiali der heiligen Theresia erhoben, sah sie
dennoch mit jedem Tage neuen Zuwachs derselben, und am Abende
ihres Lebens schon dreißig refornurtc Larmcliten-Klöster. Nach ih-
rem Tode stieg die Zahl noch weit höher.
Die vielen Reisen ermüdeten die Tlieresia sehr, und was ihr
die meisten Leiden verursacht?, war der beständige Kampf, den sie
in ihren Unterhandlungen mit Personen von so verschiedenen Ge-
müthsarten und Launen zu bestehen hatte. Schwer fiel ihr immer
auch die Trennung von ihren geliebten Schwestern zu St. Joseph,
und sehr lästig waren ihr die Ehrenbezeugungen, die ihr allenthalben
erwiesen wurden. Wenn man wußte, welchen Weg sie einschlagen
werde, so lief das Volk stromweise vom Lande herbei, um sie vor-
über gehen zu sehen, und von ihr den Segen zu begehren. Diese
Ehrenbezeugungen waren ihr eines Tages unerträglicher, als der
Frost und das Dunkel der Nacht; daher reiste sie drei oder vier
Stunden vor Sonnenaufgang aus einem Marktstecken ab, wohin
eine. Menge Volkes gekommen war, das sie bereits schon mit Jubel
und Jauchzen eingeführt, und ihrer Ädfalnt entgegen harrte, um sie
auf dieselbe Weise zu begleiten. Andere Beschwerden der Reisen,
darunter auch einen dreimaligen Armbruch, ertrug sie mit Muth und
Frohsinn.
Als sie im Jahre 1582 die Stiftung des Klosters Burgos
vollendet hatte, und nach Avila zurückkehren wollte, konnte sie der
Herzogin von Alba, auf deren dringende Bitte, einen Besuch nicht
verweigern, obwohl sie sehr entkräftet war, und an einer Art Läh-
mung litt, mit der ein häufiges Erbrechen sich verband. Am 20.
September kam sie, begleitet von Pater Anton von Jesu nach Alda,
wo sie mehrere Stunden bei 'oer Herzogin zubrachte, und dann in
das Kloster ihres Ordens sich verfügte. Ihre Müdigkeit war unbe-
schreiblich, und da ihre Uebel Tag für Tag überHand nahmen, ahnte
sie die Herannahung ihres Endes. Am 3l). September erfolgte ein
Blutsturz, der die traurigsten Folgen nach sich zog. Indessen wohnte
sie am selben Tage noch der Messe bei, und empfing mit unbe-
schreiblicher Andacht ihren, über Alles geliebten, Heiland. Von die-
sem Tage an, bis zu ihrem Tode, kam sie nicht mehr aus dem
Bette. Die Herzogin von Alba besuchte sie sehr oft, und bediente
sie sogar mit unbeschreiblicher Zärtlichkeit. Die Schwester Anna von
St. Bartholomäus, ihre geliebte Gefährtin, wich nie von ihrer
Seite. Am 1. Oktober, wo sie fast die ganze Nacht gebethet hatte,
legte sie dem Anton von Jesu die Beicht ab, sagte ihren Schwestern
das Lebewohl unter den zärtlichsten Ermahnungen mütterlicher Liebe.
„Ich beschwöre euch," sagte sie ihnen, „durch die Liebe Gottes be-
schwöre ich euch, daß ihr die Regeln und Satzungen genau haltet/
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen