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730 Der heilige Carolus Borromäus :c.
ohne Scheu sagt, was Noth thut. In den Schriften dieser Diene:
rin Gottes kann, wer nur suchen w,l l, mehr wahre Weisheit sin:
den, als in den größten Werkcn vieler Weltwcisen und Gottesgc-
lehrten. —
„Kommt, was nur kommen wolle: jemehr Trübsal, destu mehr
Gewinn!" Wahlspruch der heiligen Theresia.
Der heilige Carolus Borromäus,
C a r d i n a l u n d E r z b i s c k o f v o n M a i l a n d .
(Am 4. NlN'cml'N',)
Dieser fromme Mann fing alle Verbesserung von sich selbst an,
bekräftigte seine Lehre überall mit scincm Beispiele, suchte durchaus
nichts Anderes, als die Ehre Gottes, und das Reich Lhristi zu er:
wcitern; wir dürfen uns daher nicht verwundern, daß ein einziger
Mann auch in den spätern Jahrhunderten dcr christlichen Kirche durch
seine Thaten, Schriften und Anstalten so große Wirkungen her:
vorbringen konnte, deren Folgen in unsern Tagen noch sicht:
bar sind.
Larl, ein Sohn des Gitbcrt Borromaus, Grafen von Arona,
und der Margaret!) von Medicis, einer Schwester deö Johann An-
gelo von Medicis, dcr unter dem Namen Pius IV. den päpstlichen
Stuhl bestiegen hat, wurde geboren am 2. Oktober I.'»^ aus dem
Schlöffe Arona, vierzehn Meilen von Mailand. Noch mehr, als
durch 'Abstammung und Würden, glänzten seine Eltern durch einen
seltenen Grad christlicher Frömmigkeit und Tugend, die sie auf sechs
Rinder, zwei Söhne und vier Töchter, als ein köstliches Familien-
gut, gleichsam übcrerbtcn. An (5arl bemerkte man in seiner Kind:
heit schon untrügliche Zeichen seiner künftigen Heiligkeit. Er liebte
die Andachtsübungen, widmete sich mit unermüdlichem Fleiße den
Studien, und bewies selbst bei seinen kindlichen Vergnügungen eine
ernste Neigung für den göttlichen Dienst. Die Eltern wünschten
ihn deßhalb dem geistlichen Stande zu bestimmen; und er kam durch
seine eigene Neigung und freiwillige Wahl ihrem Wunsche entgegen.
Er empfing frühzeitig die Tonsur, und bewies durch seine einfache
Kleidung, durch seinen Ernst und seine Eingczogcnheit, daß er wiffe,
was der von ihm angetretene Stand erfordere. Die reiche Lom-
meude dcr Abtei St. Gratinian und St. Fcllin, die seit langer Zeit
von Geistlichen aus dem borromäischen Geschlechte besessen wordcn,
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen