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Am 4. November. 731
und sein Oheim Cäsar Borromaus zu seinen Gunsten, als er erst
zwölf Jahre alt war, niederlegte, nahm er, weil schon bekannt mit
den Kirchensatzungcn, nur unter der Bedingung an, daß alle Ein:
künftc derselben, die nach Abzug des für seine Erziehung und den
Kirchendienst Erforderlichen, übrig bleiben, den Armen zukommen
sollen, weil er jede andere Verwendung derselben für widerrechtlich
hielt. Der Vater weinte Thränen heiliger Freude über die so edle
Gesinnung seines Sohnes. Jene Bedingung ward pünktlich erfüllt.
Carl erhielt seine wissenschaftliche Bildung zu Mailand und zu Pa:
via, wo er den Ehrcngrad eines Doktors beider Rechte erlangte.
Nebenbei leuchtete er durch seine Frömmigkeit, Klugheit, und einen
ganz unbefleckten Wandel allen seinen Genossen als herrliches Mu:
ster vor. Durch strenge Wachsamkeit über sich selbst, durch Gebeth
und den vielmaligen Empfang der heiligen Sacramcntc, bewahrte
er die jungfrauliche Reinigkeit, der reizenden Fallstricke ungeachtet,
die derselben gelegt wurden. So sehr er die Abgeschiedenheit liebte,
so nahm er doch Alle, die ihn sprechen wollten, mit großer Leut:
seligkcit auf. Im Jahre 1558 starb sein Vatcr, und er mußte auf
einige Zeit nach Mailand zurückkehren, die Familienangelegenheiten
zu schlichten, die er bald, und mit vieler Klugheit in Ordnung
brachte. Der obc» erwähnte Oheim trat noch eine andere Abtei,
mit einem Prioratc, an ihn ab; dadurch gewannen aber nur die
Armen, weil der fromme Jüngling deßhalb seinen Aufwand nicht
vermehrte. Er war von Pavia nach Mailand, beehrt mit dem Dok:
torgrade, zurückgekehrt, als sein Oheim, der kardinal von Medicis
am 2<i. Dezember 1559 auf den päpstlichen Stuhl erhoben wurde,
und dabei dcn Namen Pius IV. annahm. Statt wegen des Glan:
zcs, der seiner Familie dadurch zu Theil ward, sich zu erheben, oder
auf die Erhebung des, Oheims Hoffnungen eigener künftiger Erhö:
hung zu bauen, beredete er seinen Bruder, den Grafen Friedrich,
mit ihm in die Kirche zu gehen, Gott um Gnade für den neuen
Papst zu bitten; und damit ihr Gebeth dem Herrn desto angeneh-
mer sey, die heiligen Sacramcnte der Buße und der Commu:
nion zu empfangen. Friedrich ging nach Rom, seinem Oheime die
gebührende Huldigung darzubringen; Earl aber blieb in Mailand
zurück.
Bald darauf rief ihn der Papst nach Rom, erhob ihn am
letzten Tag des Jahres 155!) zum Cardinal, und einige Wochen
spater zum Erzbischofe von Mailand. Dessen ungeachtet behielt er
ihn zu Rom, und trug ihm die wichtigsten Geschäfte auf, die alle
der junge Cardinal mit großer Geschicklichkeit, und mit bewunde-
rungswürdiger Gewissenhaftigkeit verwaltete. Er war der Trost und
die Stütze des Papstes bei allen Schwierigkeiten und Mühen, welche
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen