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Am 4. November. 733
weigerte er sich dessen standhaft, ließ sich die höhern Weihen erthei-
len , und stand noch vor Ende desselben Jahres als Priester am
Altare. Um diese Zeit stiftete er zu Pavia ein Collegium für junge
Geistliche von Mailand, und erwirkte verschiedene papstliche Verord-
nungen zur Abstellung mehrerer Mißbrauche, die in der Kirchenzucht
sich eingeschlichen hatten.
Zu Fiorenzola, im Toskanischen, wohin er Geschäften halber
reisen mußte, erhielt er die traurige Botschaft, daß der Papst ge-
fährlich krank sey. Sogleich trat er die Reise nach Rom an. Er
fand seinen geliebten Oheim tödtlich krank, und bat ihn dringend,
sich nur mehr mit den Heilsangelegcnheiten zu beschäftigen, und zur
Reise in die Ewigkeit sich vorzubereiten, ihn liebevoll hinweisend auf
Jesum den Gekreuzigten, der unserer Hoffnung einziger Grund ist.
Er verließ ihn während der ganzen Krankheit nicht, um immer mehr
die Gefühle, wovon er durchdrungen war, zu bestärken. Aus seinen
Händen empfing der Kranke die heilige Wegzehrung und die letzte
Oclung, und starb am l. Dezember 15)65. Bei der erfolgten
Wahl eines neuen Papstes zeigte Carl, der großen Einfluß auf die-
selbe hatte, daß er einzig nur die Ehre Gottes und das Beste der
Kirche im Auge habe. Seinen Bemühungen gelang es, bereits alle
Stimmen zu vereinigen für Pius V . , obgleich dieser den Caraffas
anhing, die der borromäischen Familie weniger geneigt waren. Der
am 7. Jänner 1566 zur päpstlichen Würde erhobme Pius bot Al-
les auf, den Heiligen in Rom zu behalten, um ihn bei allen seinen
Aemtern ferner belassen zu können; allein Carl, dei sehnlichst zu sei-
ner Heerde verlangte, bat so dringend um Erlaubriß, nach Mailand
zurückkehren zu dürfen, daß sie ihm länger nicht verweigert werden
konnte. Nur einige Tage mußte er noch in Ron verweilen, auf
daß der Papst über die wichtigsten Kirchenangel'genheiten sich mit
ihm besprechen konnte.
Im April des nämlichen Jahres 1566 kam der heilige Erzbi-
schof in Mailand an, und wurde daselbst mit unbeschreiblichem Iu-
bcl empfangen. Mit erglühtem Eifer beschäftigte er sich nun mit
der Verbesserung seines Erzbisthums. Den Anpng machte er da-
mit, daß er sein eigenes Haus strenge ordnete, <uf daß es andern
zum Vorbild sey. Vor Allem arbeitete er an scner eigenen Heili-
gung, wohl wissend, daß das bischöfliche Amt de größte Vollkom-
menheit fordere. Das Erzbisthum befand sich b'i der Ankunft des
Heiligen im traurigsten Zustande. Die groß« Heilswahcheiten
kannte beinahe Niemand mehr, und die Andahtsübungen waren
durch Aberglauben entstellt, und in grobe Mißbrauche ausgeartet.
Die Sacramente wurden vernachlässiget und die meisten Priester,
ohne Kenntnisse und ohne alle Sitten, wußten ie kaum noch aus-
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen