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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
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Am 21. Iun l . 743 ten die Mutter und der Hofmeister aus dem Munde des, erst sieben Jahre alten, Knaben jene Reden. Sie stellten ihm das Unanstän- dige und Böse derselben vor, und hatten den Trost, daß er sie nicht nur ganz abgewöhnte; soi.dern unter ihrer weisen Leitung seine Sinne, zumal seine Zunge, sehr sorgfältig bewachte. Er sing an, sich Gott ganz hinzugeben und nannte daher später sein siebentes Lebensjahr das Jahr seiner Bekehrung. Fleißig widmete er sich dem Gebethe und der Lesung erbaulicher Bücher, wodurch ihm die stille Einsamkeit immer lieber ward. Schon in dieser Zeit machte er es sich zur Pflicht, täglich die Tagzeiten der Muttergottes, die sieben Bußpsalmen und andere Gebethe knieend zu verrichten. Diese Uebungen setzte er in seinem ganzen Leben, sogar während einem achtzehn Monate lang dauernden Fieber fort, wo er bisweilen seine Diener bat, die Andachten mit ihm zu verrichten. Sein Vater war drei Jahre abwesend. Bei seiner Zurückkunft bemerkte er die Ver- änderung, die mit seinem Sohne vorgegangen war, dessen erglühte Liebe zu Gott; so wie die vollkommene Herrschaft über sich selbst, und das schnelle Wachsthum im Guten jedem sichtbar war. Er sah nicht mehr das kriegerische Spielwerk, und hörte kein Wort mehr von Militär und weltlichen Dingen. Schon damals entdeckte Aloisius seiner Mutter den Entschluß, das Fürsicnthum, das einst ihm, als Erstgebornen zufallen würde, an seinen Bruder Rudolph abzutreten. Eine zu Castiglione ausgebrochcne ansteckende Seuche bewog den Markgrafen, mit seinem Hofstaate nach Motferrat zu flüchten. Von hier aus begab er sich mit seinen beiden Söhnen, Aloisius und Rudolph, nach Florenz, wo damals der Herzog Franz von Medicis regierte. Nach einem kurzen Aufenthalt im herzoglichen Paläste, wies er ihnen eine Privatwohnung in der Stadt an, und übergab sie dem gelehrten Franz Turcius zur Erziehung und zum Unterrichte. An Feiertagen kamen die beiden Jünglinge nach Hof, um sich da auf eine, ihrem Alter angemessene, Weise zu ergötzen. Alois betrug sich sehr behutsam, besonders im Umgänge mit den jungen Prinzessinnen, und entfernte sich jedesmal, so bald als der Anstand es erlaubte; denn damals wußte er schon das Glück unbe- fleckter Reinigkeit, und den Werth der unwiederbringlichen Zeit ge- hörig zu schätzen. Bethen und Studieren war seine Freude, weß- halb er in den Wissenschaften und in der Tugend gleich große Fort- schritte machte. Täglich hörte er die heilige Messe, und verrichtete mit großer Treue alle andern Gebethe, die er sich vorgenommen hatte. Nie wich er von der ihm vorgeschriebenen Tagesordnung, und sein Hofmeister bezeugte, daß Aloisius nie gegen seinen Befehl gehandelt habe. Die Reinigkeit kannte er als eine Blume, deren
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
Titel
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Untertitel
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
Band
2
Autor
Anton Mätzler
Verlag
Landshut Verlag
Ort
Wien
Datum
1840
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
9.8 x 16.9 cm
Seiten
982
Schlagwörter
Kirche, Gott, Glaube, Religion
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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