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Am 21. Juni. 753
Jünglinge getragen wurde, und von diesem den Segen empfangen
hatte, so groß war seine Verehrung gegen Aloisius. Der achte
Tag war der Frohnleichnamstag. Niemand bemerkte an Aloisius
eine Veränderung, doch sagte dieser: »Diese Nacht werde ich ster-
ben." Am Abende wurde ihm auf sein anhaltendes Bitten noch
einmal die heilige Communion gereicht, wornach er sich so gestärkt
fühlte, daß er von allen fünfzig Mitgliedern, die das Heiligste be-
gleiteten, durch liebevolle Umarmung Abschied nahm. Alle weinten,
und baten ihn um seine Fürbitte be! Gott. Zu einem sagte er:
„Habe ich dich auf Erden geliebt, wie könnte ich dich bei Gott ver-
gessen?" Mit unbedecktem Haupte, das Krucifix in ^er Hand, er-
wartete er nun seine Auflösung. Voll himmlischen Friedens lag er
da, blickte auf das Krucifix, und sprach mehrmal: „Ich verlange
aufgelöst, und bei Christus zu seyn." Man bethete ihm vor. Er
hörte sehr aufmerksam zu; sprach endlich noch einmal mit gebroche-
ner Stimme: ..Jesus!" und verschied zwischen zehn und cilf Uhr,
den 21. Juni 1591.
Am frühesten Morgen drängte sich Alles zu seiner Leiche.
Jünglinge standen haufenweise da, und man hörte sie nur seufzen:
-,O Heiliger! Heiliger!" Auch sein Grab wurde häufig besucht,
und Gott erhörte wunderbar das Gebeth derjenigen^ welche den Hei-
ligen um seine Fürbitte anriefen. Die Heiligsprechung erfolgte von
Benedikt XI I I , im Jahre 1726.
„Selig sind, die eines reinen Herzens sind; denn sie werden
Gott anschauen." Matth. 5, 8.
Der heilige Paschalis Baylon,
a u s d e m O r d e n d e s h e i l i g e n F r a n z i s k u s .
(Am 17. Mai.)
Paschalis, mit dem Zunamen Baylon, wurde im Jahre 1540
geboren zu Torre Hermosa, einer kleinen Stadt im spanischen Kö-
nigreiche Arragonien. Seine Eltern umßren ihr Brod durch Feld-
bau verdienen, und befanden sich in so geringen Vcrmögensumstän-
den, daß sie ihren Sohn nicht einmal konnten lesen lernen lassen;
desto reicher waren sie aber an Gottesfurcht und Tugend, die sie
mit großer Sorge dem kleinen Paschalis als köstliches Familienerbe
mittheilten. Der Knabe hatte große Lust, etwas zu lernen. Er
trug deßhalb beständig ein Buch auf dem Felde, wo er die kleine
Zweiier Band. 48
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen