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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
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754 Der heilige Paschalis Baylon :c. Hcerde seiner Eltern hütete, bei sich, und bat jeden Vorbeigehenden um Gotteswillcn, ihm die Buchstaben zu weisen. Auf diese Art lernte er bald lesen, und dann auch schreiben; denn Gott hatte ihn mit schönen Gcistesgaben begnadiget. Er las nun, so oft einige Zeit ihm dazu übrigte, in geistlichen Büchern. An andern fand er keine Freude, weil er nur darnach strebte, in der Kenntniß des Heils zu wachsen, und auf der Bahn der Gottseligkeit voran zu schreiten. Ferne von allem Leichtsinne fand cr nur Vergnügen an ernsten und heilbringenden Dingen. Rührend war's, den kleinen Hirten mit dem Buche in der Hand, jetzt lesend, jetzt über das Gelesene nach- de.ikend, und jetzt bethend bei seiner Heerde zu erblicken. Wer im- mer ihn so sah, dem mußte der fromme Hirtenknabe David zu Sinne kommen. Sobald er alt genug dazu war, ttat er bei einem Herrn in Dienste, und hütete als zweiter Hirt dessen Heerden. Er war für das uuschuldige und ruhige Leben, das dieser Stand ihm zu führen erlaubte, ganz eingenommen. Alles, was er sah, diente ihm zur Belebung seines Glaubens und seiner Frömmigkeit. Un- aufhörlich las er in dem großen Buche der Natur, das heißt: er betrachtete mit der heiligsten Freude die Werke Gottes, und stimmte dadurch seine Seele zur Bewunderung und zur Lobpreisung des all: mächtigen Schöpfers, der Alles so schön und gut gemacht hat. Ne- benbei las cr auch sehr eifrig in den heiligen Schriften, und in an: dern Büchern, durch die er über seine Pflichten belehrt, und zur Er- füllung derselben angeeifert wurde. Sein Dienstherr, ein rechtschaf- fener Mann, gewann ihn, des erbaulichen Wandels wegen, so lieb, daß er ihm antrug, ihn an Kindesstatt anzunehmen, und zum Er- ben seiner Güter einzusetzen. Paschalis aber, der nur allein nach den Gütern des Geistes strebte, wollte lieber in seinem dürftigen und niedrigen Stande bleiben, um dadurch desto ähnlicher zu werden dem Mensch gewordenen Heilande, der nicht auf diese Erde gekom: men ist, sich bedienen zu lassen, sondern zu dienen. Paschalis lag oft unter einem Baume auf den Knieen und bethete. In den frommen Unterredungen mit Gott, und durch stete Uebung der Demuth, durch sein unablässiges Streben, alle Neigun: gen seiner Seele zu läutern, erwarb er sich große Kenntnisse und Erfahrung in den Wegen des geistlichen Lebens, so daß selbst die Vollkommensten zur Bewunderimg hingerissen wurden. Er konnte mit David sagen: „Glücklich derjenige, den du selbst, o mein Gott! unterrichtest.'- Von Gott und lugend redete cr mit jener Salbung, jener Erleuchtung, und jener Inbrunst der Seele, welche der heilige Geist nur den Seelen mittheilt, welche von allem Irdischen gänzlich losgetrennt, und vom Feuer göttlicher Liebe erglüht find. Oft schien er während seines Gebethes der Erde ganz entrückt zu seyn, und
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
Titel
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Untertitel
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
Band
2
Autor
Anton Mätzler
Verlag
Landshut Verlag
Ort
Wien
Datum
1840
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
9.8 x 16.9 cm
Seiten
982
Schlagwörter
Kirche, Gott, Glaube, Religion
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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