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756 Der heilige Paschalis Baylon:c.
weil er in seiner tiefen Demuth jede Erhöhung ablehnte. — Sein
anfänglicher Eifer erkaltete nicht, sondern ward nur immer großer.
Zu den vorgeschriebenen Uebungen der Abtödtung fügte er stets noch
freiwillige hinzu; unterwarf sich aber mit kindlicher Einfalt dem Wil:
len der Obern, wenn er in denselben beschränkt wurde. In Allem
bewies er die vollkommenste Verlaugnung des eigenen Willens, ohne
die mindeste Anhänglichkeit an diese oder jene Sache, an diesen oder
jenen Ort zu zeigen. An jedem Orte, zu jeder Jahreszeit war er
immer derselbe, munter, sanft, leutselig und ehrfurchtsvoll gegen Je-
dermann. Er hatte mir ein Kleid, und dieses war alt und abge-
tragen. Selbst bei Schnee und Kälte ging er die rauhcsten Nege
ohne Fußsohlen. Die demüthigsten und mühevollsten Dienste waren
ihm die angenehmsten. Nie gestattete er sich eine Ruhe zwischen
dem Dienste der Kirche und dem des Klosters; er bethete allzeit,
selbst während der Arbeit. Das heiligste Altarssacrament und das
Leiden des göttlichen Heilandes waren besondere Gegenstände seiner
Andacht. In den letzten Lebensjahren brachte er vielfältig den groß-
ten Theil der Nacht vor den Altären zu, bald auf den Knieen,
bald auf dem Angesichte liegend. Zärtlich war auch seine Verehrung
gegen die göttliche Mutter, deren Tagzeiten er schon als Hirtenknabe
zu bethen pflegte.
AIs sein Ordensgeneral, Christoph von Cheffontaincs, in Paris
war, wurde Paschal in Angelegenheiten der Provinz an ihn geschickt.
Er machte die Reise barfuß, und im Ordcnskleide, ohne Rücksicht
auf die Verfolgung der Hugenotten, der er sich dadurch aussetzte.
Er hatte von der Wuth dieser Ketzer auch wirklich viel zu leiden.
Sie verfolgten ihn oft mit Steinwürfen und mit Prügeln, ja sogar
erhielt er an seiner Schulter eine Wunde, durch die er sein ganzes
Leben hindurch gelähmt blieb. Zweimal wurde er als Spion ge-
sanglich angehalten; allein Gott führte den unverzagten und stand-
hasten Dulder aus allen Gefahren. Nach seiner Zurückkunft aus
Frankreich hörte man ihn nie von den Gefahren reden, die er über-
standen hatte. Auf die an ihn gestellten Fragen antwortete er mit
wenigen Worten, sich sorgfältig hütend, etwas zu erzählen, was
ihm zum Lobe hätte gereichen können. Er erreichte ein Alter von
zwei und fünfzig Jahren, und starb zu Villa Reale, bei Valencia
am 17. Mai 1592. Sein Grab wurde durch verschiedene Wunder
verherrlichet; weßwegen er vom Papst Alexander V l l l . im Jahre
1690, in die Zahl der Heiligen versetzt wurde.
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen