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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
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7«0 Der heilige Philippus Neri :c. des Gespöttes und der Verachtung zu seyn. Dadurch wurden die Haupturheber der ihm zugefügten Unbilden gerührt, und einer von ihnen der eifrigste Vertheidiger, der andere ein würdiger Schüler desselben. Nicht lange nach dieser Prüfung folgte eine andere. Man beschuldigte den Heiligen des Stolzes und der Ehrsucht, und streute überall aus, er sey ein Heuchler, der nur Aufsehen bei dem Volke zu machen suche. Der General«,kar von Rom ließ sich tau: schen, gab den höhnischen Anklagen Gehör, verbot dem Philipp das Beichthören, und drohte ihm mit Gefängniß, wenn er sich nicht bes- sern würde. Dieser unterwarf sich willig der 'Anordnung seines Odern, und entschuldigte, so gut er konnte, die Anstifter seiner Ver- folgung. Zu seinen Freunden sagte er: „Gott hat diese Behand- lung gegen mich zugelassen, auf daß ich in der Demuth geübt werde." Nach vollendeter Untersuchung stand seine Unschuld im hell? stcn Lichte da, und es ward ihm erlaubt, seine bisherige Lebensweise, und seinen Beruf fortzusetzen. Der Zulauf zu ihm, selbst von den ausgezeichnetsten Personen, war jetzt nur desto größer, und noch mehr erglüht sein Lifer, an ihrem Heile zu arbeiten. Priester und Candidaten des Priestcrthums gesellten sich ihm bei, und unterstützten ihn bei den geistlichen Unterweisungen, Gebe- then und Betrachtungen, die er in der Dreifaltigkeitbtirche mit dem Volke anstellte. Dadmch entstand, um das Jahr 15,64, die Ge- noffenschaft der Orator,a»cr, so genannt, weil sie zu gcwiffcn Stun- den durch ein Glocken-Anziehen das Volk zur Kirche riefen. Phi: lipp gab ihnen einige Satzungen, wollte, daß sie in Gemeinschaft leben; ließ sie aber keine Gelübde ablegen; denn Nächstenliebe und Andachtseifer schienen ihm die festesten Bande, sie Alle zu einem Herzen und einer Seele zu verbinden. Sie sollten dahin arbeiten, daü Reich Gottes in sich selbst zu begründen, und sich zugleich nach allen Kräften auf's Predigen, und die Unterweisung in der christli- chen Lehre verlegen. Alle drei Jahre sollte nach der Satzung ein oberster Vorsteher erwählt werden. Der heilige Philipp mußte aber, wider seinen Willen, dieses Amt verwalten bis zum Iahe 1'i!>,'>, wo er desselben, seines Alters wegen enthoben, und Baronius zu seinem Nachfolger erwählt wurde. Der Orden der Oratorianer wuroe von den Päpsten Gregor XI I I . und Paul V. bestätiget, und noch bei Lebzeiten des Stifters in Italien, und später auch in an- dern Ländern verbreitet. Philippus deeiferte sich fortwährend, den Geist des Gehorsams und der Verlaugnung des eigenen Willens, unter seinen Schülern zu erhalten. — „Dieß/- sagte er, „ist der kürzeste und sicherste Weg zur Vollkommenheit." Seine Liebe zur Armuth ging so weit, daß er aller irdischen Dinge ganz zu entbeh- ren gewünscht hatte. Den Priestern seiner Genossenschaft untersagte
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
Titel
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Untertitel
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
Band
2
Autor
Anton Mätzler
Verlag
Landshut Verlag
Ort
Wien
Datum
1840
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
9.8 x 16.9 cm
Seiten
982
Schlagwörter
Kirche, Gott, Glaube, Religion
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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