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764 Mehrere heilige Märtyrer in Japan.
bald das ganze Ansehen rauben würden, wenn ihnen nicht kräftig
Einhalt geschahe. Der Grund dieser Beschuldigung lag darin, daß
der schamlose Kuppler im Reiche Arima von den christlichen Jung:
fraucn, die er dem Serail des gekrönten Wohllüstlings verschaffen
wollte, mit Schande abgewiesen wurde. Im ersten Sturme seiner
aufgereizten Hitze gab Taitosama den Befehl, daß der Feldherr
Ukondono, der die Hauptstütze des christlichen Glaubens war, ins
Elend verwiesen werde, wenn er dem christlichen Glauben nicht auf
der Stelle entsage, und sämmtliche Missionare ganz Japan räumen
sollten. Der hcldenmüthige Ukondono erklärte, er stehe keinen Au:
genblick an, in's Elend zu wandern, und eher den Tod zu leiden,
als die seinem Gott schuldige Treue <n>6 den Augen zu setzen. Sein
Heldenmut!) wurde sogar von den Ungläubigen bewundert, die sehr
erbittert waren über die gegen ihn verübte Ungerechtigkeit, und ihm
daher Hundertlei Dienste anboten.
Sclbst der Kaiser schien seine erste Hitze, und Alles, was er
in derselben befohlen hatte, zu bereuen. Allein ein spanischer Steuer:
mann vernichtete durch unbesonnene Großsprechern alle Hoffnungen,
die man aus diesem günstigen Wechsel der Gesinnungen auf's Neue
zu schöpfen anfing. Der Elende war wegen begangener Seeräuberei
angeklagt, und sein Schiff sollte in Beschlag genommen werden.
Da machte er eine im höchsten Grade übertriebene, daher lügenhafte
Beschreibung der Macht ves Königs von Spanien, in der Absicht,
den Japanern Furcht einzujagen; und als diese ihn fragten, wie
man eine so große Monarchie habe zu Stande bringen können, er:
wicderte der Unbesonnene: „Nichts ist einfacher als dieses. Um ein
Land zu erobern, braucht es nicht mehr, als daß unsere Geistlichen
einmal darin festen Fuß setzen. Sie unterrichten die Völker in un:
serer Religion, und haben sie eine gewisse Anzahl auf ihre Seite
gebracht, so schickt man ihnen Kriegsleute nach, welche von den Neu:
bekehrten unterstützt, den Ucberrest gar leicht überwältige,'.." Man
säumte nicht, diese Reden dem Taikosama zu hinterbringen, der so:
gleich Befehl gab, die Missionare, vorzüglich zu Meako und Ozaga,
den zwei vornehmsten Städten des Reiches, gefangen zu setzen. Es
waren damals in diesen beiden Städten nur drei Jesuiten und sechs
Franziskaner. Die Ucbrigen hatten sich, bei dem ersten Ausbruche
der Feindseligkeiten des Kaisers gegen das Christenthum, in die
Staaten der christlichen Fürsten zurückgezogen, von wo aus sie den
Gläubigen der andern Königreiche insgeheim geistlichen Beistand lei:
steten, in der Hoffnung, daß die Gesinnung des Kaisers sich wieder
ändern werde. Die Fürsten, von denen sie aufgenommen wurden,
besonders die Könige von Arima, Fingo und Bugen, erklärten sich
zu ihren Gunsten so ganz ungescheut, daß man die Ruhe, in wel-
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen