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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
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Am 26. August. 771 bewies sie große Neigung zur Frömmigkeit, zärtliche Liebe zum Er- löser , und kindliche Verehrung zur göttlichen Mutter. Sie war sanst und mitleidsvoll, dabei sehr ernst und im höchsten Grade ein- gezogen. Den Eltern bezeigte sie den pünktlichsten Gehorsam, und bceiferte sich sehr, dieselben in Allem getreulich zu unterstützen. Sie trat deßhalb aus Liebe zu ihnen bei dem Schatzmeister Gonsalvus in den Dienst, arbeitete bei Tag in einem Garten, und brachte den größten Theil der Nacht mit Naharbeiten zu. Das Einzige fiel ih- rem demüthigen Sinne sehr schwer, daß sie, nach dem Willen ihrer eitlen Mutter, durch schönes Gewand und andere Zierereien ihres Körpers prangen sollte. Sie vermied hierin, was sie, ohne die Mutter zu beleidigen, vermeiden konnte, und machte sich nicht selten die Zierden, die sie nicht zu beseitigen vermochte, zu Werkzeugen der Buße. So heftete sie einmal eine Kopfzierde mit einer Stecknadel in die Haut an, auf daß sie, statt eitlen Gedanken ihr Herz zu öffnen, an die Dornenkrone des Heilandes erinnert wurde. Endlich brachte sie es durch den Beichtvater dahin, daß ihr von der Mutter bewilligt wurde, ein ganz einfaches Gewand zu tragen, und alles Putzwcrk zu beseitigen. Darüber war sie um so mehr erfreut, weil sie nun auch der schmeichelnden Zudringlichkeit lüsterner Mannsper- sonen weniger ausgesetzt war. Rosa setzte sich die heilige Katharina von Siena zum Vorbilde, machte, wie diese, sehr frühe das Gelübde, Gott in jungfräulicher Reinigkeit zu dienen, und schnitt, zur Bekräftigung desselben, sich selbst die Haare ab. Ihr Geist war mit Gott eben so anhaltend, als ihre Hände mit den äußerlichen Arbeiten beschäftiget. Sie übte insgeheim Werke strenger Abtödtung durch Fasten, Wach.'n und Buß- gewand, zum Theile auch in der Absicht, um den Reiz ihrer körper- lichen Wohlgestalt zu vermindern. Dadurch ward zwar ihr Ange- sicht blaß und abgezehrt; die holde Jungfrau aber nur desto einneh- mender durch den milden Glanz ihrer seltenen Tugenden, weßhalb es nicht an Jünglingen fehlte, die um ihre Hand sich bewarben. Auch ihre Mutter dachte nur auf Versorgung der Tochter durch eine reiche Heirath, und schätzte sich überaus glücklich, als eine sehr an- geschene und vermögliche Matrone die Rosa für ihren einzigen Sohn zur Ehe verlangte. Alles wurde in Richtigkeit gesetzt, bevor Rosa um ihre Gesinnung gefragt wurde, weil MM an ihrer Beistimmung nicht zweifelte. Da nun fingen die schwersten Kämpfe für die Die- nerin Jesu Christi an. Sie getraute sich nicht, der Mutter es zu eröffnen, daß sie zum ehelosen Stande sich bereits schon verlobt, und den göttlichen Heiland zum einzigen und unzertrennlichen Ge- sponse sich erwählt habe; weigerte sich aber standhaft, zu der an- getragenen Verbindung ihr Jawort zu geben. Darüber zeigten sich 49"
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
Titel
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Untertitel
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
Band
2
Autor
Anton Mätzler
Verlag
Landshut Verlag
Ort
Wien
Datum
1840
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
9.8 x 16.9 cm
Seiten
982
Schlagwörter
Kirche, Gott, Glaube, Religion
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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