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Am 29. Jänner. 779
sich die Calvinisten, ihn auch nur anzuhören, und strebten ihm so-
gar uach dem Lcbcn. Allein dieses Alles erhöhte seinen apostolischen
Muth, dcn er auch bei seinem Gefährten, der zu zagen anfing, wie-
der belebte. AIS eine Verschwörung gegen ihn entdeckt wurde, ver-
wendete er sich durch Bitten so nachdrücklich fiir die Anstifter dersel-
ben, daß keine Untersuchung gegen sie angestellt wurde. Seine aus-
harrende Geduld und seine unwandelbare Sanftmuth verschafften
endlich der Wahrheit den Eingang. Die Einwohner von Chablais
wurden nach und nach leutselig gegen ihn, näherten sich ihm, und
strömten bald schaarenweisc zu seinen Predigten. Viele entsagten
der Irrlehre, ungeachtet die calvinischen Prediger alle Mittel anwen-
deten , sie bei derselben zurückzubehalten. Diesen bot Franz von
Sales sehr oft öffentliche Unterredungen an, denen sie aber fortwäh-
rend auswichen. Dadurch, und durch die Gewaltthätigkeiten, welche
sie gegen den Heiligen und einen ihrer Mitbrüder, der sich bekehrt
hatte,'verübten , brachten sie ihre Sache immer mehr in Verdacht;
da im Gegentheile das apostolische Betragen des Missionärs, seine
Frömmigkeit, seine Sanftmuth, seine Nächstenliebe und sein uner-
müdlicher Eifer, der sich durch nichts abschrecken ließ, eben so viele
Stimmen waren, die unaufhörlich den Calvinisten zuriefen: er allein
sey der Prediger der Wahrheit. Die Bekehrung des Barons von
Avuli machte ein sehr großes Aufsehen, und zog sehr viele andere
nach sich.
AIs der Herzog von Savonen von dcm Erfolge der Mission
Nachricht erhalten hatte, ließ cr den Franz von Sales nach Turin
kommen, um sich mit ihm über die Mittel zu berathen, dieses große
Werk, das er so glücklich angefangen hatte, zur Vollkommenheit zu
führen. Bei seiner Zurückkunft nach Tonon nahm der Heilige die
Ril'He zum heiligen Hyppolitus in Besitz, und feierte da zum Er-
stenmale die heilige Weihnachtsmesse im Jahre 1597. Achthundert
Personen empfingen aus seiner Hand die heilige Communion. Er
predigte mit seinem gewöhnlichen Eifer, und die ganze Nacht ward
mit Lodgcfängen zugebracht. An den folgenden Festtagen setze er
seine gottesdienstlichcn Uebungen forr, und hatte den Trost, täglich
die Zahl der Rechtgläubigen wachsen zu sehen. Diese Kirche sah
er in der Folge als seine Pfarrkirche, und sich als dcn Hirten der-
selben an.
Franziskus erhielt vom Papst Clemens VI I I . den Auftrag, zu
versuchen, den Theodor Beza, der zu damaliger Zeit die stärkste
Stütze des Calvinismus war, in den Schoos der katholischen Kirche
zurück zu führen. Viermal besuchte cr ihn in dieser Absicht zu
Genf, und überließ sich schon der Hoffnung, beim nächsten Besuche
das Ziel zu erreichen. Allein der fünfte Besuch ward von den Cal-
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen