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79" Der heilige Fidelis von Tigmaringen :c.
Zutrauen der Hilfsbedürftigen. Seine Arbeit häuften aus eben die:
sem Grunde so sehr sich an, d^ß er beinahe Tag und Nacht arbei-
tete , um recht vielen Bedrängten zu helfen. Die schiefen Wege,
wclcbe seine Gegner nur zu oft gingen, der Haß, den sie, seiner so
oft siegenden Rechtlichkeit wegen, auf ihn warfen, und endlich die
bestimmte Aufforderung Eines derselben: daß er in einem sehr ver-
wickelten Rechtshandel den geraden Weg verlassen solle; verleideten
ihm den Advokatenstand, den er auch wirklich verließ.
Nach ernster und langer Ueberlegung, wahrend der er Gott in
brünstigen Gebethen um Erleuchtung bat, und sehr aufmerksam das
durch besondere Fügung Gottes in seine Hände gerathene Buch de5
Hieronymus Platus, welches von der Nortrefstichkeit des Ordens-
standes handelte, durchlas, faßte er den Entschluß, in den Kapuzi-
nerorden zu treten, in welchem sein allerer Bruder unter dem Na:
men „Apollinaris" sich schoü befand. Er suchte daher im Sommer
des Jahres 161.1 bei dem Ordensprovinzial Alexander, der im Klo-
ster zu Altdorf damals sich aufhielt, um die Aufnahme in den Or-
den nach, die ihm sehr gerne gestattet wurde, weil er als ein ge-
lehrter, frommer und rechtschaffener Mann auch den Kapuzinern be-
kannt war. Nach erlanqler papstlicher Dispenfatio» empfing er noch
vor dem Eintritte in's Kloster von den, konstanzischcn Weihbischofc
Mürgcl gleich nacheinander die geistlichen Weihen, entrichtete an, 4.
Oktober, also am Feste des Stiftero des von ihm gewählten Or-
dens, mit crglühtcr Andacht zum Erstenmale das hochheilig? Opfer,
legte nach Vollendung desselben am Fuße des Altars den Talar
des Wcltpriesters ab, und erhielt von Pater Angelus, Deflnitor und
Ouardian seines Klosters unter den gewöhnlichen Ceremonien den
Habit, und den Ordensnamen Fideiis (ein Getreuer) , im vier und
dreißigsten Jahre seines Alters. Pater Angelus sagte nach vollende-
ter Handlung, eben so rührend, als paffend auf den neuen Namen
zu ihm: „Sey getreu bis in den Tod, und ich will dir die Krone
des Lebens geben."
Das Probejahr war für den eifrige» Bruder Fidelis eine wahre
Schule der Demuth und der Sclbstverläugnung, und beförderte un-
gemein seine große Andacht und Frömmigkeit, seinc Liebe zu Gott
und zu den Mitmensche». Während dieser Zeit kamen ihm mehrere
Einladungen zu großen Ehrensicll^n alb Wellpriester zn. Er wankte
einige Zeit, nahm dann seine Zuflucht, wie er eb immer ;u thun
gewohnt war, zum Gebethe und zu seinem Beichtvater, erkannte das
Gefahrvolle erhabener Aemter, und freute sich nun noch mehr seiner
schon getroffenen Wahl. Vor Äblegung der feierlichen Ordensge-
lübde verfertigte er, nach Vorschrift der Kirchen- und Ordensregeln,
das Testament, durch das er cine genügende Summe zu einem Sti-
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen