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Am 24. April. 791
pendium für Studirende, zunächst aus seiner Familie, aussetzte, alles
Uebrige aber seinen rechtmäßigen Erben überließ. Das Prüfungs-
jahr war zu Ende, und Fidclis legte in die Hände des Quardians,
Pater Mathias uon Herbstem, die Oldenogelübde ab, mit einem
solchen Ernste, mit solcher Ehrerbietung und Erbauung, daß Jeder:
mann sich überzeugte, sein Heiz stimme mit seinen Handlungen
überein. Schon im Probejahr hatte er alle Ordensregeln pünktlich
befolgt, und daher nach Ablcgung der Gelübde nichts an seiner Le-
bensweise zu ändern. Sein Eifer nach immer größerer Vervollkomm-
nung nahm mit jedem Tage zu. Er mußte nun aber noch die
geistlichen Wissenschaften studircn. Zu diesem Ende wurde er zuerst
in das Kapuzinerkloster nach Konstanz, und darauf in jenes nach
Frauenfeld geschickt. Daß er hier wie dort, eben so schnelle als
glänzende Fortschritte gemacht habe, darf uns nicht wundern, wenn
wir bedenken, welchen Grund in der Religionswissenschaft er früher
schon gelegt habe, und wie erglüht sein Eifer für die Kenntnisse des
Heils war. Nach vollendetem Studium der Theologie wurde ihm
von den Obern eine längere Zeit zur eigenen Fortbildung, die er
sehr eifrig betrieb, und zur nöthigen Erholung gegönnt, hernach das
Predigtamt übertragen. Seine Predigten waren einfach, faßlich,
wahrhaft christlich, und daher segensvoll. Er hatte kaum das sie-
bente Jahr im Orden erreicht, als er — gegen die Sitte des Or-
dens, welche zehn Jahre festgesetzt — von den Obern, mit Rück-
sicht auf seine tiefen Kenntnisse, seine große Frömmigkeit und Tu-
gend, seine Liebenswürdigkeit und Klugheit, zum Quardian ernannt,
und als solcher zuerst in Rhcinfclden, dann in das zu Fceiburg im
Uechtland, und endlich im Jahre 1N21 in jenes zu Fcldkirch in
Vorarlberg bestimmt wurde. Als Oberer war er gegen sich selbst
sehr strenge, aber liebevoll und schonend gegen seine Ordensbrüder.
Er wachte ernstlich auf die Beobachtung der Ordensregel, und aller
andern Pflichten; stellte sich aber auch in Allem selbst als Vorbild
dar. Mit Klugheit besorgte er den Haushalt seines Klosters, nahm
ohne Bedürfniß keine Gaben an, außer um sie an Arme und Hilfs-
bedürftige zu vertheilen. Wie seine Mitbrüder, so hatten auch alle
andere Menschen, die es wünschten, an ihm einen bereitwilligen Leh-
rer, einen klugen Rathgeber, einen sanften Tröster, einen liebevollen
Helfer, und einen unermüdeten Seelenarzt. Wer ihn kannte, bewies
ihm ausrichtiges Zutraue» und liebevolle Verehrung. Als in dem
Lager, welches bei Feldkirch sich befand, cine pestartige Krankheit
einriß, ging er jeden Tag zwei bis dreimal zu den Soldaten in's
Lager hinaus, um ihnen Hilfe zu leisten. Er tröstete sie, ermähnte
sie, ihre Seclenangelegenheiten in Ordnung zu bringen; spendete ih-
nen die heiligen Sacramente, und bereitete sie zum Tode. Mit die-
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen