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Am 24. April. 795
gewann er die Herzen Vieler, die dem Irrthume entsagten. Er
errichtete nach und nach die zerstörten Altäre wieder, und führte,
wo es thunlich war, den katholischen Gottesdienst wieder ein, ohne
jedoch einen einzigen Menschen durch Zwang zu demselben an-
zuhalten.
Auf Verlangen des Erzherzogs Leopold, des Fürstbischofs von
Chur und des päpstlichen Nuntius zu Luzer» wurden vier Ordens:
Priester zur Mission nach Bündtcn bestimmt, und Fidclis als Haupt
derselben bestätigt. Nebst den Predigten richtete dieser auch sein
Augenmerk nun auch vorzüglich auf den Iugcndunterricht, und beei-
ferte sich, durch Prioatunterrcoungen die Vornehmen des Landes zu
gewinnen. Sein und seiner Mitarbeiter eifriges Bemühen hatte den
schönsten Erfolg. Die Zahl derer, die in den Schoos der heiligen
Kirche zurückkehrten, mehrte sich mit jedem Tage. — Fidelis kehrte
nach Feldkirch zurück, um dort die Charwoche und Ostern zu feiern.
Gerade diese Zeit benutzten die eingeschlichenen protestantischen Pre-
diger, in den Orten, wo die Missionäre bis daher so kräftig gewirkt
halten, geheime Zusammenkünfte zu veranstalten, das Volk gegen
die katholische Religion, und insbesondere auch gegen die Glaubens-
prediger aufzureizen, und einen allgemeinen Aufstand gegen die Ka-
tholiken vorzubercm-n, zu dessen Ausführung man sich nun, unter-
stützt von den Lalmnisten und Zwinglianern der benachbarten Schweiz,
insgeheim mit Waffen und andern Mordinstrumcnten versah. —
Während dcffcn rüstete sich Fidclis durch Gebeth und durch ernstes
Studium der angcstrittenen Glaubenswahrheiten aus, seine Mission
in Bündtcn mit noch größerem Erfolg fortzusetzen. Indessen sagte
ihm eine geheime Ahnung — und er sprach es in seiner letzten
Predigt zu FeloÜrch bestimmt aus — daß er von dort nicht mehr
zurückkehren werde. Er ordnete alle Angelegenheiten des Klosters
so, als wüßte er gewiß, daß er in dasselbe nicht mehr kommen
werde, übergab dessen Verwaltung dem Pater Vikar, dankte dem
Stadtmagistrate zu Feldkirch für die dem Kloster sowohl, als auch
den Armen, die er demselben empfohlen hatte, erwiesenen Wohltha-
ten, und bat ihn, dieselben fortzusetzen; nahm dann, wie ein Vater
von seinen Hindern Abschied, und trat am 4. April 1622 die Neise
in's Bretigöw an, wo er das angefangene Werk mit erneuertem
Eifer fortsetzte; aber auch bald wahrnahm, wie viel Unkraut der
Feind während seiner Abwesenheit unter den Waizen gestreut habe.
Er bemerkte die nächtlichen Zusammenkünfte, und überzeugte sich von
den geheimen Umtrieben, die von den reformirten Predigern geleitet
wurden, und dcn nahen Ausbruch eines wilden Aufruhrs besorgen
ließen. Er ging nach Chur, um dort von der geistlichen Regierung
geeignete Maßregeln zu erbitten. Sie wurden gegeben, und mach-
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen