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802 Der heilige Iosephus von Cupertmo :c.
Ihr Leichnam wurde nach Annecn gebracht, und im Kloster von der
Heimsuchung mit gebührender Ehrerbietung beigesetzt. Nach strenger
Prüfung mehrerer, auf ihre Fürbitte geschehener Wunder wurde sie
von Papst Clemens XI I I . im Jahre l7li7 heilig gesprochen, und
ihre jährliche Gedächtnißfeier auf den 2 l . August gesetzt.
Der heilige Iostphus von Cupcrtino,
a u s d e m O r d e n d e s h e i l i g e n F r a n z i s k u 6.
(Am 25. September. Im römische» Hciügcin'c^e^mM am 18. ^p^mdc>', >
Dieser Heilige erhielt seinen Beinamen von d>m Geburtsorte
Cupertino, einer kleinen Stadt im Bisthume Nardo, die zwischen
Brindisi und Otranto, sechs Me,len von der Küste des Meerbusens
von Tarento liegt, wo er am 17. Juni 16<^l gebore» wurde —
im Stalle, in den siä) die Mutter auö Furcht vor den Gerichtödie-
nern, d,e einer Schuldfordcrung wegen in das Haus kamen, verbor-
gen hatte. Sein Vater Felix Desa, ein armer Zimmermann, ward
wegen seiner Rechtschaffenheit allgemein sel,r Iioch geschaht. Seine
Mutter, Franziöka Panara, war nicht weniger rechtschaffen und
fromm; aber dabei sehr ernst mid strenge; sie bestrafte deßhalb im-
mer sehr hart ihren kleinen Joseph wegen eines jeden Fehlers, wenn
er auch bloß aus kindischem Leichtsinne begangen wurde. Ein Ge:
schichtschveiber sagt: der Knabe sey besonders geneigt gewesen zum
Iahzorne; indem er einmal einem Kameraden eine ^lirfeige gegeben
und gegen einen andern sogar das Messer gezogen habe, dafür sen
er von der Mutter zuerst mit einem Prügel hart gezüchtiget, und
dann aus dem Hause hinausgestoßen worden, die darauf folgende
ganze Nacht habe er vor einer Kirchcnthüre zugebracht, und sey erst
am folgenden Tage, auf das anhaltende Bitten einiger Freunde,
von ihr wieder aufgenommen worden. In der Folge pflegte Joseph
in fröhlichem Scherbe zu sagen, er hätte eines Noviziates für den
Eintritt in den Klosim'tand nicht bedürft; indem er solches als Knabe
schon unter der Zuchtruthe seiner Mutter bestanden habe.
Joseph bewies von Kindheit an einen großen Eifer zur An:
dacht, befand sich gern in der Kirche, wo er sich immer sehr erbau-
lich betrug, und übte da schon auf mancherlei Weise körperliche Ab:
tödtungen. Als er herangewachsen war, lernte er das Schuhmacher-
handwerk, mit welchem er dann auch einige Zeit sich seinen Unter-
halt erwarb. Noch nicht siebenzchn Jahre alt, faßte er den Ent-
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen