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Am 25. September. 805
hatte häufig Verzückungen, einige auch öffentlich, wovon Personen
des höchsten Ranges Augenzeugen waren, und deren Wahrheit in
der Folge eidlich betheuerten. Unter ihnen zählt man insbesondere
den Herzog Johann Friedrich von Bramischweig und Hannover, der
dadurch so betroffen war, daß er der lutherischen Lehre entsagte, und
in den Schoos der katholischen Kirche zurückkehrte.
Der heilige Joseph von Cupcrtino besaß eine vorzügliche Gabe,
die verstocktesten Sünder zu bekehren, und die von innern Leiden
geangstigten Ccelen zu beruhigen. Diesen pflegte er zu sagen: „Ich
will weder Aengstigkeit noch Trübsinn; euere Absicht sey gerade, dann
fürchtet nichts." Die tiefen Einsichten in die erhabensten Glaubens-
geheimnisse , in deren Erklärung er einc besondere Gewandtheit be-
wies, hatte er einzig den innern Mittheilungen zu verdanken, deren
ihn Gott im Gebethe würdigte. Die Klugheit, mit der er die See-
len leitete, zog viele Menschen, und darunter auch Fürsten und Car-
dinä'le, zu ihm hin. Er sagte dem Johann Casimir, dem Sohne
Sigismund I I I . , Königs von Polen, voraus, daß er einstens zum
Besten der Wölker und zur Heiligung der Seelen regieren würde,
und mißrieth ihm deßhalb den beabsichtigten Eintritt in den Drdens-
stand, und den Empfang der geistlichen Weihen. Diese Voraussa-
gung ging in Erfüllung. Uladiklaus, Sigismunds ältester Sohn,
starb im Jahre 1648, und Johann Casnnir wurde zum Könige von
Polen erwählt. Dieser Fürst hat selbst alle Umstände dieser That-
sache mitgetheilt.
Am 10. August 16U3 ward Joseph uon einem Fieber befallen.
Er sagte, daß seine letzte Stunde nahe sey, und empfing am Tage
vor seinem Hinscheiden mit glühender Andacht die heiligen Sacra-
mente der Sterbenden. Oft wiederholte er: .,Ich wünsche, daß
meine Seele vo.. den Banden des Leibes befreit, und mit Jesus
vereiniget werde. Dank und Preis dem Herrn! Gottes Wille ge-
schehe. Gekreuzigter Heiland! nimm mein Herz, entzünde in ihm
das Feuer deiner Liebe!" Am 18. September gab er endlich seinen
Geist auf. Sein Leichnam wurde, so lange er ausgesetzt blieb, von
unzähligen Menschen mit vieler Ehrerbietung besucht, und dann in
der Kapelle der Empfängniß beigesetzt. Seine Heiligsprechung er-
folgte von Clemens XI I I . im Jahre 1767.
Beherzigen wir die Ermahnung, mit welcher der heilige Iose-
phus von Cupcrtino Andere zur Liebe Gottes zu entflammen suchte:
„Liebet Gott! Wer Gott liebt, ist reich, obgleich er es nicht wahr-
nimmt."
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen