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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
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Am 6. April. 809 Vincentius zog die ehrerbietige Aufmerksamkeit vieler Personen auf sich, und ward in Folge dessen unter die Hausgeistlichen der Königin Margarctha angestellt. Einige Zeit hatte er von innerli- chen Anfechtungen schrecklich zu leiden. Er setzte ihnen Gebeth, in- nere und äußere Abtönungen, und stets wiederholtes Bekenntniß des heiligen Glaubens entgegen. Gott gab nicht z», daß die Hoffnung auf seine Erbarmung den glaubensvollen Kämpfer verließ, der end: lich geläutert, wie reines Gold, aus dem Feuer der Prüfung her- vorging. Aus Ehrfurcht gegen den gottseligen Berullc, mit dem er in innigem Bunde heiliger Liebe stand, nahm er die, eine halbe Stunde von Paris entlegene, kleine Pfarrei Clichy an. Einige Jahre zuvor hatte er aus Demuth eine Abtei ausgeschlagen, die ihm der König hatte verleihen wollen. Er war tief durchdrungen von seinem heiligen Berufe, welchem er sich mit erglühtem Eifer widmete, indem er ganz seiner Gemeinde lebte, und in Wort und That Allen Alles ward. Von Clichy kam er nach einiger Zeit auf den Antrag des Paler Bcrullc zurück nach Paris, in das Haus des Grafen Emanuel von Gondy, Generals der königlichen Galeeren, der ihm die Erziehung seiner drei Söhne übertrug. In diesem Hause genoß er die herzlichste Liebe und Verehrung. Die Frau von Gondy, Franziska Margarctha von Sil l i , ein Vorbild wahrer, von Gottseligke.t gekrönter Tugend, ruhte nicht, bis er ihre geistliche Führung übernahm. Oft begleitete er die Familie Gondy auf ihre, in verschiedenen Provinzen Frankreichs liegenden Landgüter, und nahm sich mit großem Eifer des Seelenheils der Gemeinden an, und übte zugleich mit der gottseligen von Gondy viele Werke heili- ger Liebe. Bei einem solchen Anlasse geschah es, daß er zu Folie- ville, in der Picardie, einen scchszig Jahre alten Kranken, der im Rufe eines untadelhaften Wantels stets gestanden war, besuchte, und ihn zur Ablegung einer allgemeinen Beicht ermunterte. Der Greis beichtete nun mehrere sehr schwere Sünden, die er viele Jahre her verschwiegen hatte, was er selbst am andern Tage der Gräfin unter wehmüthigen Thränen offenbarte. Dieser Vorfall bewog die Gräfin, sechszehn tausend Livres auszusetzen zur Unterhaltung einer, alle fünf Jahre anzustellenden, geistlichen Mission auf ihren Gütern. Vincentius verließ das Gondy'sche Haus, weil er glauble, daß die bereits herangewachsenen Söhne desselben eines andern Lehrers be- dürften, und weil die große Verehrung, die in demselben ihm be- wiesen wurde, seinen demüthigen Sinn tief schmerzte. Er verwal- tete einige Zeit die Pfarrei Chatillon lcs Dombes, wo er bei der tief gesunkenen Geistlichkeit und bei dem, in Heilssachen verwahrlos- ten Volke, crstaunungswürdigc Früchte hervorbrachte, und eine Schwesterschaft milder Frauen zur Unterstützung der Nothleidenden
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
Titel
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Untertitel
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
Band
2
Autor
Anton Mätzler
Verlag
Landshut Verlag
Ort
Wien
Datum
1840
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
9.8 x 16.9 cm
Seiten
982
Schlagwörter
Kirche, Gott, Glaube, Religion
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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