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4 Die Verfolgungen der Kirche Jesu Christi
Die erste Predigt der Apostel am Pfingstfeste machte auf die
Zuhörenden einen großen Eindruck; durch sie wm)e ein zahlreicher
Grund der eisten Christengemeinde gelegt. Sie machte aber auch
großes Aufsehen. Laut und unerschrocken sagte Petrus: „Der, den
die Got t losen an's Kreuz geheftet haben, ist der von
den Propheten der Na t i on vcrh ei ß en e Messias! Go t t
hat ihn zum Leben wieder auferwecket, wovon wi r
al le (Apostel) hier öffentliches Zeugniß geben." Diese
Rede konnte allen denen, die an der Verurthcilung und Kreuzi-
gung Jesu Theil genommen hatten, nicht lange verborgen bleiben,
und sie mußte in die Herzen derselben um so tiefer eingreifen, da
sie so bestimmt und öffentlich den Messias getödtet zu haben beschul-
diget wurden. Statt heilsamer Besinnung wirkte dieser harte, aber
gerechte Vorwurf große Erbitterung, und das angestrengteste Be-
mühen, nur recht bald kräftige Maaßregeln zu ersinnen, solche Lehrer
zum Schweigen zu bringen. Die Folgen dieser Maaßregeln muß-
ten zuerst Petrus und Johannes erfahren. Petrus hatte den Lahm-
gebornen an der Tempelpforte geheilt, und predigte nun öffentlich im
Tempel. Unvermuthct wurde er, nebst dem Johannes, von der
Tempelwache auf Veranlassung der Obcrpriester überrascht, und ge-
fangen vor den hohen Rath geführt. Unter harten Bedrohungen
wurde den beiden Aposteln untersagt, auch nur ein Wort von Jesus
fernerhin vor dem Volke zu sagen. Aus Furcht vor dem Volke
setzte man sie dießmal ohne weitere Mißhandlung in Freiheit.
Die Apostel gehorchten Gott mehr, als den Menschen, setzten
ihre Predigten fort, und von Tag zu Tag vermehrte sich die An-
zahl der Bekcnner Jesu in uno außer Jerusalem; aber eben deßwe-
gen wurde auch von Tag zu 3ag größer die Erbitterung der Ober-
Priester und ihrer Anhänger gegen die Christen. Die Apostel wur-
den ergriffen, und in's Gefängniß gesetzt, aus welchem sie der En-
gel des Herrn wunderbarer Weise herausführte. Am andern Tage
wurden sie aber sogleich wieder vor den hohen Rath geführt und
gegeiselt. Nur auf die nachdrückliche Vorstellung Gamaliels wurden
sie auch dießmal wieder entlassen, mit dem erneuerten Verbote,
nicht mehr zu predigen. Außer diesen Mißhandlungen waren die
Apostel und alle anderen Anhänger Jesu dem Spotte, der Ver-
läumdung und Lästerung beständig ausgesetzt. Endlich brach die
Erbitterrung der Oberpriester und des Volkes in laute Wuth aus,
und das erste Opfer derselben war der heilige Stephanus, wie wir
in der vorangehenden Lebensbeschribung desselben gehört haben. Mit
dem Tode des Stephanus fing eine große Verfolgung gegen alle
Bckenner Jesu in Jerusalem an. Sehr viele derselben verließen die
Stadt, flüchteten sich in die benachbarten Gegenden, und nach Sa-
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen