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in den ersten 70 Jahren:c. li
mußten durch die Leitung der gütigen Vorsehung zum größern Wachs-
thume und zum bessern Gedeihen derselben dienen. Eine Verfol-
gung zu Ierusalen nöthigt die Christen zu fliehen, und in andern
Städten und Ländern Sicherheit zu suchen, und eben diese Gcflüch-
teten sind es, die an diesen Orten den Saamcn des Evangeliums
ausstreuen. Die Lehrer des Christenthums werden von den Juden
verstoßen, und gerade dieses ist die Veranlassung, daß das himm-
lische Licht desto früher den Heiden gebracht wird. Bei dem jü-
dischen Kriege, und bei der Zerstörung Jerusalems mußten die Chri-
sten zwar sehr vieles leiden, aber die genaue Erfüllung der von
Jesus Christus eingesetzten Weissagung mußte sie auch mächtig im
Christenthum befestigen, und viele von den Juden bewegen, dasselbe
anzunehmen. Der Haß, den Juden und Heiden gegen die Christen
zeigten, sonderte das Christenthum ab vom Iudcnthum und Heiden-
thum, und verhinderte die Entstelluug desselben durch jüdische und
heidnische Lehren und Gebräuche. Die liebenswürdige Sanftmuth,
mit der die Christen Beschimpfungen und Lästerungen ertrugen, die
standhafte Geduld, mit der sie Verfolgungen und Martern litten,
und der hohe Muth, mit dem he in den Tod gingen, erregten die
größte Bewunderung, und diese wirkte immer zahlreiche Bekehrun-
gen. „ W a h r h a f t i g war , wie Tertulian sagt, das B l u t
der Mär t y re r der Saame der Christen." Iemehr die
Christen und Christengemeinden von Aussen zu leiden hatten, desto
inniger hielten sie sich selbst im Geiste der Liebe zusammen; desto
fester hielten sie an den, auf den sie ihr ganzes Vertrauen setzten
— an Jesus Christus.
O wie glücklich sind wir, eine Religion zu haben, die so
augenscheinlich durch Gottes wunderbare Leitung auf der Erde ver-
breitet worden ist.
Es mag hier nicht am unrechten Orte seyn, kurz zu beschreiben
II.
Die Martern, welche gegen die Christen in den ersten Jahr-
hunderten angewendet worden sind.
1) Die Kreuz igung war eine Todesstrafe, welche bei
den Juden und Heiden gegen die Verbrecher angewendet wurde.
Das Kreuz hatte verschiedene Gestalten. Es war entweder ein kür-
zerer Balken an einem längeren quer in gerader, oder in schiefer
Richtung, oder es waren zwei gleich lange Balken in schiefer Rich-
tung an einander befestiget. Der zur Kreuzstrafe Verurtheilte wur-
de auf das Kreuz, ganz entblößt, hingelegt; Hände und Füße
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen