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12 Die Verfolgungen der Kirche Jesu Christi
nicht selten sehr gewaltsam ausgespannt, und mit Stricken, oder
vier eisernen Nägeln, die. durch selbe geschlagen wurden, fest ge-
macht, sodann das Kreuz aufgerichtet, in die Erde eingesenkt und
befestiget. Bisweilen geschah die Kreuzigung so, daß das Haupt
unterwärts, gegen die (i'rde, gekehrt wurde. Die Gekreuzigten leb-
ten oft mehrere Tage am Kreuze, und es war bei den Juden eine
Gnade, wenn denselben die Beine mit Keulen zerschlagen, und da-
durch der Tod beschleuniget wurde. Bei dcn Heiden ließ man die
Unglücklichen fast immer langsamen Todes sterben, und die Leiber
am Kreuze hängen, bis sie ermordet waren.
Gegen die Christen wurden nicht nur die verschiedenen Gat-
tungen der gewöhnlichen Kreuzigung angewendet, sondern die Ver-
folger ersannen noch grausamere Arten des Aufhängens, um sie auf
die langsamste und grausamste Weise zu todten. Christliche Frauens-
personen wurden an den Haaren aufgeknüpft, und so bis zum
Tode in der Luft schwebend gclaffeu; oder die christlichen Märtyrer
wurden aufgehängt an einer Schlinge um den Hals; — an dcn
zusammengebundenen Händen; — an einem-oder an beiden Füßen,
und dann entweder an den Füßen, oder an den Händen, und am
Halse schwere Gewichte angehängt, welche den Leib nnd Glieder
auf die gewaltsamste Weise aufeinander rissen. Nicht selten wurde
unter die mit dem Haupte unterwärts Aufgehängten ein Rauch
durch Verbrennen stinkender Materien gemacht, nicht um den Tod
durch Ersticken zu beschleunigen, sondern nur um die Pein zu ver-
mehren.
Einige heilige Märtyrer wurden, bevor man sie aufhängte,
mit Honig bestrichcn, damit sie nebst der Marter der Kreuzigung
auch die schmerzenden Stiche der Insekten zu dulden hätten. Andere
wurden an einen eisernen Hacken, der sich in den Hals oder in die
Kinnladen einsenkte, und noch Andere an einem um den Leib ge-
bundenen Strick aufgehängt, diesen Letzten sehr schwere Lasten an
den Kops und an die Füße gebunden.
2) Viele heilige Märtyrer wurden an Säulen mit Stricken
gebunden, oder mit eisernen Nägeln, Ringen und Hacken befesti-
get, gepeinigt und gctödtet. Auch dieses geschah auf die verschie-
denste und unmenschlichste Weise.
Die an den Säulen Festgemachten wurden entweder mit Rie-
men und Geiseln unmenschlich geschlagen, oder mit eisernen Hackcn
und Kämmen grausam zerfleicht, oder mit Pfeilen geschossen, mit
Steinen geworfen, mit Keulen geschlagen, mit eisernen Pfriemcn
gestochen, mit glühenden Zangen und Eisen gezwickt, und an den
empfindlichsten Theilen dcs Körpers gebrannt. Oft schnitt man
ihnen die Zunge, oder schlug ihnen die Zähne heraus, und nicht
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen