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!8 Die gottesdienstlichen Zusammenkünfte und Gebrauche
Das gute Beispiel, welches die ersten Christen gaben, ihre
Liebe und Eintracht, und überhaupt ihr auferbaulicher Lebenswan-
del, wodurch sie sich selbst ihren Feinden ehrwürdig machten, war
unstreitig eine ganz vorzügliche Ursache, warum sich das Christen-
thum gleich anfangs so fest gegründet, und nachher so schnell ver-
breitet hat.
Die Befestigung des Glaubens, die Liebe, und die Reinheit
der Sitten wurde in der ersten Kirche ganz vorzüglich befördert
durch die gottesdicnstlichen Zusammenkünfte und Gebräuche der er-
sten Christen.
IV.
Die gottetzdienstlichen Zusammenkünfte und Gebräuche der
ersten Christen.
(An den Coinitagm zu lcscu.)
Obgleich die chri'^liche Religion sehr einfach ist, und außer
dem Glauben und der Liebe nichts fordert, so hat sie doch ohne
alle äußere Gebräuche und Anstalten nicht bestehen können, weil
der Mensö nicht bloß ein geistiges, sondern auch ein sinnli-
ches Wesen ist. Deßwegen hat schon Jesus Christus die Taufe
und das heilige Abendmahl eingeführt, und die Einführung mehre-
rer anderer Gebräuche seinen Aposteln theils bestimmt aufgetragen,
theils überlasten. Die Anzahl dieser Gebräuche war jedoch im An-
fange sehr mäßig, und sie wurden erst in der Folge zahlreicher von
der christlichen Kirche theils angeordnet, theils gutgeheißen.
Unter die gottesdienstlichen Gebräuche der ersten Christen ge-
hört vorzüglich die Sor. n ta gsfeicr. Statt des jüdischen Sab-
baths hatten schon die Apostel den ersten Wochentag, den
S o n n t a g , zur gottesdienstlichen Versammlung der Christen be-
stimmt, theils um die Christen überhaupt von den Juden zu unter-
scheiden, und die aus dem Iudenthume Bekehrten von den jüdischen
Gebräuchen wegzuziehen, theils weil ihnen dieser Tag, als der
Auferstehungstag des gött l ichen Hei landes ganz vor-
züglich wichtig war. Durch seine Auferstehung hat Jesus die Wahr-
heit seiner Lehre und die Hoffnung unserer eigenen Auferstehung be-
festiget. Daran soll sich der Christ an jedem Sonntage erinnern,
und durch diese Erinnerung seinen Glauben und die frohe Hoffnung
der seligen Zukunft neu beleben.
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen