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der ersten Christen:c. 19
Bei einigen Christengemeinden wurde zwar der Sabbath ge-
feiert. Wir lesen in der Apostelgeschichte ausdrücklich im 13 ten
Kapitel: „Die Christen versammeln sich am Sabbathe, um das
Wort Gottes zu hören.,, Dieses thaten sie aber nicht, als wenn
sie glaubten, es sey gebothen, sondern aus Liebe und Nachgiebig:
keit gegen die Iudenchristen, die noch große Anhänglichkeit an das
mosaische Gesetz hatten, welches diesen Tag zu feiern befahl. Die-
ser Gebrauch, den Sabbath zu feiern, dauerte jedoch nicht lange,
und der heil. Ignatius fand es schon gegen das Ende des ersten
Jahrhunderts nothwendig, denselben in seiner antiochenischen Kirche
ganz aufzuheben. Der Sonntag blieb für immer und allgemein
der Tag der gottcsdienstlichen Versammlung der Christen.
Der Ort der Versammlung war bei den ersten Christen bald
dieser, bald jener. Sie hatten im eigentlichen Verstände weder
Tempel noch Altäre. Sie verrichteten deßwegen ihren Gottesdienst
in Privathä'usern. Zuweilen waren sie gezwungen, denselben bei
der Nacht in einsamen Höhlen, oder in unterrirdischen Todtenge-
wölben zu verrichten, weil sie sich beständig vor ihren Feinden fürch-
ten mußten. Das Dunkel der Nacht und der unterirdischen Höh-
len zu erhellen, bedienten sie sich der Lampen und Lichter,
und um die bösen Dünste der letztern Orte zu vertreiben, des
Rauchwcrkes. Lichter und Rauchwerk wurden aber auch in der
Folge noch beibehalten, als die Christen K:ru)',n erbauen und ihren
Gottesdienst öffentlich verrichten durften, zum Zeichen der Freude
und der H o f f n u n g , wie der heil. Hieronymus bemerkt. Auszie-
rungcn der Orte, in welchen die gottesdienstlichen Zusammenkünfte
gehalten wurden, hatten in den ersten Zeiten nicht Statt. Die
glänzendste Zierde derselben war die strengste Eingezogenheit und
die glühende Andacht der Christen. Es ist sehr wahrscheinlich, daß
in den ersten zwei Jahrhunderten noch gar keine geistliche Bilder,
oder doch höchst selten, bei den Christen zu sehen waren. Die
geistlichen Verrichtungen, welche in den ältesten Zeiten in den Sonn-
tagen vorgingen, lernen wir kennen aus der Schutzschrift, die der
heilige Justin der Märtyrer den Kaiser Antonin im Jahre 150
übergeben hat. Er sagt: „Am Sonntage versammeln sich alle,
„sie mögen nun in Städten oder auf dem Lande seyn, an einem
„bestimmten Orte. Hier liest man die Schriften der Apostel oder
„der Propheten, so viel es die Zeit erlaubt. Wenn der Vorleser
„fertig ist, so nimmt der Vorsteher der Versammlung das Wort,
„und hält eine Ermahnung, um die Zuhörer zur Ausübung des
„Vorgelesenen zu ermuntern. Dann erheben wir uns alle zum Ge-
„bethe. Nach dem Gebethe wird Brod und Wein mit Wasser ge-
„opfert, und nach der Danksagung und Einsegnung den Gläubigen
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen