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24 Irrlehrer und Ketzer
ihre Liebe zu Gott und zu Jesus mittheilten. Kurz! Da war
Liebe und Freude im hei l igen Geiste.
Aus dem ersten Briefe des Apostels Paulus an die Korinther
(11 ten Kapitel) überzeugen wir uns, daß solche Licbesmahle schon
zu den Apostclze,tcn üblich gewesen seyen, aber auch da schon an
einigen Orten angefangen haben auszuarten. Sie dauerten im
dritten Jahrhunderte noch fort. Wann sie gänzlich aufgehört haben,
l«6t sich indessen bestimmt nicht angeben.
Möchte doch bei allen Gastmahlen der Christen unserer Tage
der fromme Sinn, die Mäßigung, die Eintracht und Liebe wie
bei den geordneten Liebesmahlen der ersten Christen herrschen! Möchten
von allen Gastmahlen, die von den Reichen oft so schwelgerisch ge-
halten werden, auch die Armen Erquickung erhalten!
So sehr die Apostel und ihre Nachfolger bemüht waren, die
Reinheit der Lehre Jesu zu erhalten, und so sehr die ersten Christen
durch Glauben und gute Sitten sich auszeichneten, so fehlte es doch
auch nicht an Heuchlern und Lasterhaften, und nicht an solchen,
welche von der reinen Lehre des Christenthums abwichen.
Wir muffen deßwegen hier auch erwähnen der Irrlehrer und
Ketzer in der christlichen Kirche.
V
Irrlehrer und Ketzer in der ersten christlichen Kirche.
Kaum waren christliche Gemeinden gesammelt, und einiger:
maßen in Ordnung gebracht, als schon hie und da Menschen auf-
standen, die mit der Einfalt und Heiligkeit der Religion, welche
die Apostel lehrten, nicht zufrieden, mit Neuerungen umgingen, und
sich eine Religion nach ihrem eigenen Kopfe bilden wollten. Einige
solche Männer werden schon in den Schriften der Apostel angeführt.
S i m o n M a g u s wollte die Kraft, die Gaben des heiligen Geistes
zu ertheilen, v.n den Aposteln um Geld kaufen, und nachher soll
er mit einer gewiffen He lena herumgezogen seyn, und allerlei ir-
rige Dinge gefabelt haben. Paulus schreibt dem Thimotheus:
„Leeres und e i t les Geschwätz sollst du vermeiden;
„denn es f üh r t zum I r r t h u m , und g re i f t , wie der
„ K r e b s , um sich, wie w i r an dem Hymeneus und Py i -
„ l e t u s sehen, welche sich von der W a h r h e i t ve r i r re t
„ h a b e n u n d a u f d e n f a l s c h e n S a t z v e r f a l l e n s i n d , d a ß
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen