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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
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30 Die Fasten vor Ostern. „nicht einmal dieses. Manche Christen fasten bis zur dritten „Stunde, und essen dann jede Speise ohne Unterschied." Von der verschiednen Weise, die Osterfasten zu halten, reden auch die heiligen Vater, in'sbesondere Hieronimus und Augustinus. Sie rathen, daß der bedachtsame Lhrist nach der Gewohnheit der Gemeinde, bei welcher er lebt, oder zu welcher cr kommt, sich fü- gen soll. Gegen das Ende des fünften und im sechsten Jahrhunderte scheint der Gebrauch, die Fasten vor Ostern auf vierzig Tage an: zusetzen, in allen Kirchen allgemein und gleichförmig geworden zu seyn, aber mehr durch übereinstimmende Gewohnheit, als durch eine bestimmte und allgemeine kirchliche Anordnung. Die erste be- stimmte Verfügung, die vierzigtägige Fasten gleichförmig zn halten, finden wir in dem im Jahre 541, zu Orleans in Frankreich gehal- tenen Kirchenrathe. „Wir verordnen, heißt es im 2ten Kanon, „daß die vierzigtägige Fasten bei allen Kirchen gleichförmig gehalten „werde." Dieses Konsilium war indessen kein allgemeines, sondern ein Provinzialkonsilium. Zur Zeit des Papstes Gregor des Gro- ßen begriff die Fasten vor Ostern 36 Tage in sich; denn er schreibt in der sechsten Homilie am ersten Sonntage in der Fasten: „Von „diesem Tage bis zur Freude der österlichen Feierlichkeit zahlen wir „sechs Wochen vor Ostern, oder zwei und vierzig Tage. Rechnen „wir die sechs Sonntage, an welchen man zu Mittag essen darf, „weg, so bleiben für die Fasten nicht mehr als 36 Tage.,, Da- mit die vierzig Tage voll würden, sind aus der siebenten Woche vor Ostern noch 4 Tage b-gefügt worden. Dieses war im Anfange des 9tcn Jahrhunderts schon geschehen, wovon uns, um das Jahr 830 Amalarius, im ersten Buche der kirchlichen Verrichtungen, ver- sichert. Die Namen der drei Sonntage vor dem ersten Sonntage in der Fasten Septu agesima, Seragesima und Quin- quagesima haben ihren Ursprung von der Verschiedenheit des Anfanges der Osterfastcn bei verschiedenen Kirchen, deren einige den- selben am 70stcn, Andere am 60sten, und noch andere am 50sten Tage vor dem Aufcrstehungsfeste machten, aber in dieser Zeit doch nicht mehr als 40 Fasttage hielten. In der griechischen Kirche und im Mailändischen hat man, weil man nicht nur am Sonntage, sondern auch am Samstage zu Mittag aß, die vierzigtägige Fasten sieben Wochen vor Ostern angefangen. Die Sonntage Scptuagesima, Sexagesima und Quinquage- sima kommen in den ältesten Denkmählern nicht vor, sie erscheinen erst nach dem Jahre 550. Aus den bis daher über die Fasten vor Ostern angeführten
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
Titel
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Untertitel
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
Band
2
Autor
Anton Mätzler
Verlag
Landshut Verlag
Ort
Wien
Datum
1840
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
9.8 x 16.9 cm
Seiten
982
Schlagwörter
Kirche, Gott, Glaube, Religion
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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