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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
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40 Zweck des in der katholischen Kirche sich um gehörig zu Fasten, aller köstlichen Speisen, und wenn es möglich sey, auch dcr Eier, des Käses, der Milch, der Fische und des Weines enthalten. In Italien enthielt man sich, und enN^U sich zum Theile gegenwärtig noch, an ?en Fasttagen nicht nur des Fleisches, sondern auch der Eier, dcr Milch, des Käses, der Butter und des Schmalzes. Man hat sich öfters bemüht, alle christlichen Länder zu dieser Enthaltung zu vermögen, aber immer vergebens. Heut zu Tage ist die En tha l tung vom Fleische an den Fasttagen die al lgemeine kirchliche Vorschr i f t , an die jeder katholische Christ sich zu halten verpflichtet ist, wenn nicht eine Dispcnsation von den rechtmäßigen kirchlichen Obern von dieser Vcr: psiichtung lossagt. Oben schon wurde bemerkt, daß in den ersten Jahrhunderten an den Fasttagen bis Nachmittags 3 Uhr nichts gegessen wurde. Im 4ten und 5tcn Jahrhunderte wurde der Gebrauch eingeführt, erst am Abende zu essen, und er dauerte bis in's l2 Jahrhundert. Nach dem 12ten Jahrhunderte wurde diese ciümaligc Mahlzeit immer früher gehalten; anfänglich wieder um 3 Uhr, wie in den eisten Jahrhunderten, und endlich um Mittag. Im Jahre 1510 erlaubte der Erzbischof Stephan von Paris, die cinzige an einem Fasttage gestattete Mahlzeit um Mittag zu halten. An andern Or: ten ist diese Versetzung schon früher vor sich gegangen. Und es wurde nun auch nach und nach eine Abcnderquickung (Co l la t ion genannt, weil während derselben in den Klöst.rn die Kollationen, oder Unterredungen der Väter gehalten wurden) gestattet. Im 13 ten und 14 ten Jahrhunderte wurde das zweimalige Essen an den Fasttagen allgemein, und gegenwärtig fordert die kirchliche Vor- schrift, daß man sich an den Fasttagen nur einmal satt esse. Nach dem Geiste der Kirche soll das Fasten auch mit Werken der Liebe verbunden werden. „Was wird uns das Fasten nützen, „sagt der heilige Chrisostomus in der 3ten Homilic an die Antio- „chcner, wenn wir uns von Vögeln und Fischen enthalten, aber „d ie Brüder angrei fen und aufzehren?" „Das Fasten „ohne Erbarmen hilft den Fastenden nichts," sagt der heilige Au: gustin in der 207 Rede. „Was durch Fasten erspart wird, soll „den Dürftigen mitgetheilt werden:" „Wir wollen fasten, und das, „was uns dadurch übrig bleibt, in die Hände der Dürftigen nieder: „legen." Chnsostomus in der 8ten Rede: „Man habe das, was „durch die Unterlassung des Mittagmahles erspart wurde, schon von „den ältesten Zeiten her für die Armen verwendet." Mit der körperlichen Fasten soll die Bezähmung der Sinne, die Bekämpfung dcr ungeordneten Neigungen, und überhaupt ein rechtschaffener Wandel verbunden werden. Der hl. Augustin spricht
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
Titel
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Untertitel
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
Band
2
Autor
Anton Mätzler
Verlag
Landshut Verlag
Ort
Wien
Datum
1840
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
9.8 x 16.9 cm
Seiten
982
Schlagwörter
Kirche, Gott, Glaube, Religion
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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