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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
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in der ersten christlichen Kirche. 43 Schon in den Zeiten der Apostel herrschten in verschiedenen Kir- chen große Mißbräuche, gegen welche vorzüglich der heilige Paulus m seinen Briefen sehr eiferte. Bei manchen Christen waren auch sogar grobe Laster anzutreffen, welche der nämliche Apostel scharf bestraft. Im ersten Briefe an die Korinthcr 5. Kap. 1.85. schreibt er: „ Man hört durchaus, daß Unzucht unter euch sey, und zwar „solche Unzucht, dergleichen auch sogar unter den Heiden nicht ge- „hört wird." Im Uten Kapitel des nämlichen Briefes verweiset er den Korinthern ihr unchristliches Betragen bei den Liebesmahlen. Wie sich die Kirche Jesu Christi weiter ausbreitete, gab es der Lasterhaften mehrere. Wahrend der Ruhe, welche die Christen im 2ten Jahrhunderte, bis zur Verfolgung desDezius, hatten, über- ließen sich mehrere von ihnen einer zu großen Sicherheit. Diese machte sie lau, weichlich, habsüchtig und wollüstig. Sowohl un- ter Dezi us, als auch später in der Verfolgung des Dioklet ian fielen viele vom Christenthum« ab, und opferten den heidnischen Göttern. Viele erregten Unruhen in der Kirche durch ihre falschen Lehren, durch ihre Streitigkeiten, und durch andere Verbrechen. Selbst untern den Lehrern gab es einige, welche sich groben Aus: schweifungen überließen. Die Klagen des heiligen Cyprianus über den Verfall der Sitten unter den Christen sind oben schon ange- führt worden, und es wäre überflüssig, sie hier zu wiederholen. Die Laster und Verbrechen zogen aber auch ihre Strafen nach sich. Wenn sich ein Christ eines solchen schuldig gemacht hatte, und es bekannt geworden war, so wurde er nach dem Beispiele des Apostel Paulus, welcher den Blutschänder unter den Korinthern von der Christengemeinde zu trennen befohlen hatte, aus der Kirchen- gemeinschaft ausgeschlossen, oder, wie man es zu nennen pflegt, in den Bann gethan, — crkommunizirt. Das Ausschließungsurtheil wurde von dem Bischöfe und den Aeltesten, wohl auch mit Wissen und Einstimmung der Gemeinde gefällt. Der Ausgeschlossene oder Exkommunizierte verlor die Rechte, die ihm als Christ zukamen; er durfte an dem Gebethe der Gläubi- gen, an dem heiligen Opfer und an der Kommunion keinen Antheil nehmen. Mit einem Worte: Er wurde nicht mehr für ein Mitglied der christlichen Gemeinde angesehen. Wollte er in dieselbe wieder aufgenommen werden, so mußte er sich einer strengen, vieljährigen Buße unterwerfen, und durch dieselbe die redliche Bereuung seines Fehlers und die vollkommene Beßerung beweisen. Niemand wurde aber zur Buße gezwungen, denn was nützt so eine Buße? Wer aber in die Kirchengemeinschaft wieder eintreten wollte, mußte sich bequemen, vor den Augen der ganzen Kirche 5e zu wirken, die Wunden seiner Seele durch die Arznei heil-
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
Titel
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Untertitel
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
Band
2
Autor
Anton Mätzler
Verlag
Landshut Verlag
Ort
Wien
Datum
1840
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
9.8 x 16.9 cm
Seiten
982
Schlagwörter
Kirche, Gott, Glaube, Religion
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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