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und die von ihm grausame Verfolgung der Christen. 53
Es war im Jahre 302, als auch Diokletian gegen die Chri-
sten strenge zu verfahren ansing. Bei einem heidnischen Opfer,
durch welches die Opferpriester die Zuknnft erforschen wollten, waren
bei dem Kaiser auch einige christliche Hofhcrrcn zugegen, die sich
mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes bezeichneten. Die Priester
schlachteten ein Opfer nach dem Andern; da sich aber bei keinem
die gewöhnlichen Zeichen einstellten, aus welchen sie die Zukunft zu
deuten pflegten, so erklärte der Vorsteher dieser Götzendiener, daß
dieses deßwegen geschehe, weil Verächter der heiligen Gebräuche zu-
gegen seyen. Da gerieth Diokletian in Zorn, und befahl daß
nicht nur die gegenwärtigen, sondern alle Christen die sich an sei-
nem Hostagcr befänden, opfern, und wenn sie sich dessen weigern
würder. mit Streichen bestraf werden sollten. Auch an seine
Kricgsheere erließ er den Befehl, daß man die christlichen Soldaten
zum opfern anhalte, und die, welche es nicht thun wollten, vom
Kriegsdienst entlasse.
Im Herbste des Jahres 302 rcisctc Diokletian nach Bythinien,
und brachte den folgenden Winter in Nikomcdia zu, wo auch
Galerius sich aufhielt. Dieser ließ nichts unversucht, den Haß ge-
gen die Christen bei dem alten Kaiser zu entstammen, und ihn zu
einer allgemeinen Verfolgung derselben zu bewegen. Fortwährendes
und dringendes Zureden, Vcrläumdung, erdichtete Götteraussprüche
wurden benützt, diesen Zweck zu erreichen. Lange widerstand der
Kaiser den grausamen Vorschlägen des unmenschlichen Galerius.
Endlich siegte doch die Bosheit. Diokletian wollte indessen immer
noch das Leben der Christen schonen, traf aber Verfügungen, welche
zugleich den Gottesdienst zu zerstören, und durch Beraubung aller
bürgerlichen und gesellschaftlichen Rechte die Christen zum Abfalle
zu bewegen geeignet waren.
Am 23ten Hornung begab sich der Stadthalter zu Nikomedia
mit den Kriegsobersten und vielen Begleitern zur Kirche der Christen,
ließ selbe mit Gewalt erbrechen, und die heiligen Schriften die da
gefunden wurden, verbrennen, und alles Andere, was angetroffen
wurde, plündern.
Die Kirche stand auf einem erhabenen Orte der Stadt. Dio-
klctian und Galerius sahen auf sie hin, und dieser verlangte, daß
sie verbrannt werden sollte. Diokletian widersetzte sich diesem
Vorhaben, wegen der Gefahr für die nahestehenden Häuser, ließ
aber dieselbe sogleich abbrechen und der Erde gleich machen. Am
folgenden Tage erschien eine kaiserliche Verordnung mit dem Be-
fehle, alle Kirchen dcr Christen im römischen Reiche abzubrechen,
und die heiligen Schriften zu verbrennen. Alle Christen, welche in
Ansehen standen, sollten ihrer Ehren und Würden beraubt seyn,
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen