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54 Der römische Kaiser Diokletian,
so daß sie auch, wider das Recht der römischen Bürger, der Folter
könnten unterworfen werd.'n. Die von geringerem Stande sollten
die Freiheit verlieren. Keine Klage welche die Gläubige!, vor Ge-
richte dringen, sollte angehört, aber jede Klage angenommen werden,
welche gegen sie erhoben würde. In diesem Zustande der Schmach
sollten sie bleiben, so lange sie beim Christenthume beharren
würden.
Auf einmal brach Feuer im kaiserlichen Pallaste aus. Diesen
Umstand benutzte Galcrius/ den Einige nicht ohne Grund beschul-
digen, daß es auf seine eigene Veranlassung geschehen sey. Er
brachte dem Diokletian den Argwohn bei, daß die Christen die Ur-
heber dieses Brandes seyen, und beide Kaiser haben verbrennen
wollen. Diokletian ergrimmte so sehr gegen die Gläubigen an sei-
nem Hoflager, daß er sie in seiner Gegenwart auf die grausamste
Weise foltern ließ. Sie aber bcharrten standhaft auf dem christli-
chen Bekenntnisse. Galerius fachte die Wuth des alten Kaisers
immer mehr und mehr an. Nach vierzehn Tagen brach wieder
Feuer im Pallaste aus. Galerius machte darüber großen Lärm.
Auch diesen Brand gab er den Christen Schuld, und reisetc eilends
von Nikomedia weg, um nicht, wie er sagte, lebenoig verbrannt zu
werden.
Jetzt wüthete Diokletian nicht bloß gegen die Christen, die
am Hofe waren, sondern gegen alle, die in der Stadt sich befan-
den. Er gab Befehl, daß die Bischöfe allenthalben in Bande ge-
legt, und auf alle mögliche Weise zu den Götzenopfern gezwungen
werden sollen.
Die Kaiserinnen Priska und Valeria bestanden nicht in der Prü-
sung, sondern opferten den Götzen.
Die kaiserlichen Kämmerer, Dorotheus und Gorgonius, die
Christen waren, und der Bischof Authimus waren die ersten Opfer
der Verfolgung. Nicht mehr einzeln, sondern Haufenweise wurden
die Christen in der Stadt Nikomedia niedergehauen; haufenweise
zusammengedrängt, mit Feuer ringsumher umgeben und verbrannt;
haufenweise in Schiffe gebracht, gebunden, und in's Meer versenkt.
Keinem Alter oder keinem Geschlechte wurde geschont. In jedem
Götzentempel saßen Richter, um die Gläubigen zum Opfern zu
zwingen, oder wenn sie nicht opfern wollten, sie hinrichten zn lassen.
Die Gefängnisse waren angefüllt mit Christen, und bei jedem Rich-
terstuhl waren Altäre aufgerichtet, auf denen jeder, der bei Gericht
erschien, opfern mußte, auf daß keinem ungekannten Christen in ir-
gend einer Sache Recht wiederfahren möchte.
Und jetzt wurde die Verfolgung der Christen allgemein im
ganzen Reiche. Diokletian forderte auch den Kaiser Maximian
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen