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und die von ihm grausame Verfolgung der Christen. 55
und den Konstantins zu derselben auf, und verlangte, daß auch
im Abendlande überall die Kirchen niedergerissen und die heiligen
Bücher verbrannt werden sollten. Maximian, der vorher den Chri-
sten zwar nicht abgeneigt, aber überhaupt ein blutdürstiger Mann
war, ließ sich leicht zur Verfolgung hinreißen. Konstantius hielt es
für rathsam in Absicht auf die Niederreißung einiger Kirchen sich
nach dem Willen des Diokletians zu fügen, ließ aber doch die
Christen selbst in Ruhe. Sehr schön sagt Laktantius: „Den wah-
„ren Tempel Gottes, welcher in dem Menschen ist, ließ er unge-
,, kränkt, ja er ließ auch die meisten Kirchen vorzüglich in Gallien,
,,wo er selbst war, nur verschließen." Er machte allen Christen
seines Hoflagers, den christlichen Statthaltern, und den Gläubigen,
die sich im Kricgshcere befanden, kund, ob sie den Götzen opfern
und im Besitze ihrer Ehren und Würde bleiben, oder ob sie sich
dessen weigern, und sich von ihm entfernen wollten. Einige wähl-
ten das Ewige, Einige daß Zeitliche.
Wie sehr mußte man aber staunen, als er gerade die von
Ehren und Würden entfernte, welche dem christlichen Bekenntnisse
abtrünnig wurden, und denen desto größeres Vertrauen schenkte,
die standhaft auf demselben verharrten. Er sagte: Er sey über?
zeugt, daß, wer sein Gewissen verletze, und seinem Gott nicht treu
bleibe, auch seinem Fürsten nicht mit wahrer Treue werde ergeben
seyn.
Ein in Armenien entstandener Aufruhr wurde den Christen,
ohne Grund, Schuld gegeben, und daher Anlaß genommen, die
Verordnungen gegen sie noch mehr zu verschärfen. Es wurde ver-
ordnet, daß in allen Provinzen alle Bischöfe, Priester, Diakonen
und auch die Kirchendiener des niedern Ranges in Bande gelegt
und in Kerker geworfen, und die sich weigern würden den Götzen
zu opfern, auf die grausamste Weise durch Martern zerfleischt wer-
den sollen. Unzählige Geistliche wurden jetzt auf mancherlei Weise
hingerichtet.
Manche Christen, und darunter auch böse Bischöfe und Prie-
ster bestanden nicht im Feuer der Prüfung. Einige wurden schon
durch die ersten kaiserlichen Verordnungen zaghaft gemacht, und lie-
ferten die heiligen Bücher den Verfolgern aus. Andere unterlagen
den schmerzlichen Martern und opferten den Götzen. Der Fall der
Hirten zog den Fall sehr vieler von der Heerde nach sich. Ohne
Vergleich größer und beinahe zahllos war indessen doch die
Menge der Starken, die ihr Leben im Bekenntnisse des Gekreuzig-
ten dahingaben. Eine alte kirchliche Urkunde (ein Pontifical vom
6tcn Jahrhundert) giebt an, daß in einem Monate, wahrscheinlich
im ersten dieser grausamen Verfolgung, im ganzen Reiche fünfzehn,
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen