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über das Heidenthum. 57
mancherlei grausame Gewaltthätigkeiten verübt wurden, wovon uns
einige schon erzählte Martergeschichten überzeugen.
Costantius starb in Britanicn im Iahne 306 am 25tenIuni.
Vor seinem Tode noch übergab er seinem Sohne Constantin die Herr-
schaft, und empfahl ihn dem Kriegsheere, welches diesen, sobald
Constantius gestorben war, mit freudigem Muthe zum Kaiser aus-
rief. Allein der Kaiser Galerius wollte ihn als seinen Rcichsge-
genossen nicht anerkennen, ernannte den Sevcrus dazu, und unter-
ordnete ihm den Constantin als Cäsar. Dieser ließ es geschehen,
und hielt sich ruhig in Gallien, welches er mit Weisheit und Ge-
rechtigkeit beherrschte.
In Italien empörte sich Maxentius, Sohn des Maximian
Herkulius, gegen Galerius und Sevcrus. Letzterer erschien vor
Rom in der Hoffnung, den Empörer zu besiegen, mußte sich aber
zurückziehen, warf sich in die Stadt Ravcnna, ergab sich bald an
den Maximian, der auf Verlangen seines Sohnes den Purpur wie-
der angezogen hatte, wurde von den Maxcntius gefangen, und
durch die Erröffnung der Adern getö'dtet, im Jahre 307. Galerius
fiel mit einem Heere in Italien ein, erschien vor Rom, fand sich
aber zu schwach, dasselbe zu errobern, zog sich deßwegen in die
Morgenländer zurück, und ließ überall die Spuren fürchterlicher Ver-
wüstung nach sich.
Galerius ernannte den Licinian zu seinem Reichsgenofsen, weil
er weder den Konstantin, noch den Empörer Maxentius als solchen
erkennen wollte. Maximin Daja und Licinius theilten sich in die
Regierung des Morgenlandes. Maxentius wollte die Abendländer
allein beherrschen, und beschloß deßwegen den Constantin mit Krieg
zu überziehen. Seine Macht zu verstärken, schloß er ein Bündniß
mit Maximin Daja; Constantin hingegen verband sich enger mit
Licinius, dem er seine Schwester Constantia zur Ehe gab.
Der bevorstehende Kampf war groß, groß der zu hoffende
Preis des Kampfes, aber auch groß die Gefahr auf dieser wie auf
jener Seite. Alles war in der höchsten Spannung über den Aus-
gang, aber Niemand ahncte es, daß der Zeitpunt da sey, in wel-
chem der Höchste sein Reich auf Erden aufrichten wollte, und die
Fahne des Kreuzes sich erheben sollte. Das Kreuz dieses Werkzeug
der Schmach und der Pein, sollte offenbar werden, als Fahne des
Sieges, als Zeichen der Ehre, als Stab des Trostes hicnicden, als
Pfand ewiger Herrlichkeit, weil Jesus Christus — hochgelobt in Ewig-
keit! — weil Jesus Christus „gehorsam war bis zum Tode, ja
„zum Tode am Kreuze!" und weil, darum ihn Gott über Alles
erhöhet, und einen Namen ihm gegeben hat, der über alle Namen
:<t, daß im Namen Jesu sich beugen sollen alle Kniee derer, die
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen