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60 Der Sieg des Christenthums
überzeugt, und setzte nun im freudigen Vertrauen auf den lebendigen
Gott den Feldzug fort. Er zog im Jahre 312 über die Alpen,
eroberte durch Sturm das feste Segusium (Susa in Piemont), schlug
ein wohlgcrüstctes feindliches Heer bei Augusta Taunnorum (Turin)
und ward unter Freudengeschrei von den Bewohnern dieser Stadt
empfangen. Gleiches that Mayland, und alle andere Orte zwischen
den Alpen und dem Po. Bei Brescia stieß er auf ein starkes Heer
Reiter, welches er. besiegte, und nach Verona zu fliehen zwang.
Hier schlug er in einer eben so schweren als gefahrvollen Schlacht
das römische Haupchcer, welches von dem erfahrnen Feldherrn Ru-
ricius Pompcjanus angeführt wurde, und eroberte die Stadt Verona.
Schon vorher hatte er Aquileia, Modena und andere Städte ein-
genommen, und konnte nun ungehindert vor der Hauptstadt Rom
mit seinem Kriegsheere erscheinen. Er lagerte sich in einer weiten
Ebene, und suchte den Marcntius zu einer offenen Feldschlacht zu
reihen. In der Nacht von dem 27tcn auf den 28ten Oktober wurde
Constantin, wie Laktantius erzählt, in einem Traumgesichte gcheis-
sen, die Schilde der Soldaten mit dem Namenszüge Jesu Christi
zu bezeichnen, den die Fahne trug. Es geschah sogleich am folgen:
den Tage.
Marentius verleitet durch einen zweideutigen, und zu seinen
Gunsten ausgelegten Ausspruch der sibilinischcn Bücher, stellte sich
an die Spitze seines großen Heeres, wagte eine Schlacht, ward
aber besiegt, und verlor sein Leben in der Tiber. Am andern
Tage, es war der 12te Oktober 312, zog Constantin in die Haupt:
stadt des römischen Reiches ein.
Er beherrschte jetzt das ganze römische Abendland, Illyricn
ausgenommen, welches damals Dalmatien, Noricum, Pannonien,
Dacien, Mösien, Thracien, Macedonien und Griechenland in sich
begriff, und unter der Herrschaft des Licinius stand. Unter dem
Joche des Maximin Daja scufzeten Kleinasien, Syrien, zu welchen
auch Palästina gerechnet ward, und Egyptcn.
Marimin Daja erhob Krieg gegen Licinius, wurde aber in
einer blutigen Schlacht zwischen Berinthus und Hadnanopolis be-
siegt. Er floh gegen Tarsus, verzweifelte, weil das Heec des Li:
cinius überall siegend vordrang, an seiner Rettung, nahm Gift,
und vollendete unter fürchterlichen O.ualcn, in denen er jetzt, aber
zu spät, zu Christus flehte, sein Leben im Jahre 313.
Im Jahre 324 entspann sich ein Krieg zwischen Constantin
und Licinius. Dieser erlitt bei Chrysopolis, einer Stadt in Bythi.-
nien, eine gänzliche Niederlage, und ward einige Monate nachher
erdrosselt. Constantin war jetzt der Alleinhcrscher über das ganze
römische, morgenländische sowohl, als abendländische Reich.
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen