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64 Der Sieg des Christenthums
übliche schriftliche Verhandlung an diesem Tage vorzunehmen. Auch
die Soldaten ruheten an diesem Tage von ihren Kriegsübungen,
um den Gottesdienst beizuwohnen.
Da Constantin Beherrscher des Morgenlandes geworden, eilte
er, seine Glaubensgenossen, welche so harten Druck unter Licinius
erlitten kalten, in gleiche Rechte zu setzen, deren unter ihm die
Christen des Abendlandes schon genossen. Alle, welche des heiligen
Glaubens wegen in Inseln verwiesen, auf andere Weise verbannt,
oder in den Bergwerken zu arbeiten verdammet worden, berief er
zurück, und gab denen die Freiheit, welche der Religion wegen in
die Knechtschaft gesetzt worden. Er befreite diejenigen von drücken:
den Bürden, denen solche, weil sie Christen waren, aufgelegt
wurden.
Die eingezogenen Güter der Martirer befahl er ihren Verwand-
ten zu geben, oder wofern solche nicht mehr zu finden wären, den
Kirchen. Gleiches befahl cr in Ansehung der eingezogenen Kirchen-
gütcr. Er versah die meisten seiner Provinzen mit christlichen Statt-
haltern, denen aber, welche noch Heiden waren, verboth cr den
Götzen zu opfern. Er beförderte mit Eifer die Verbreitung der
heiligen Lehre, betrieb den Bau neuer Kirchen auf öffentliche Kosten,
und ermunterte dazu in Briefen die Stadthaltcr und Bischöfe.
Vollkommene Ruhe hatte jetzt die Kirche Jesu Christi von
äußern Verfolgungen, aber nicht von innerlichen Feinden, die von
der reinen Lehre abwichen, ihre Irrthümer eben so hartnäckig ver-
theidigten, als eifrig verbreiteten, und dadurch bedauerungswürdi-
gen Zwiespalt verursachten.
Arius, aus der Gegend von Cyrene gebürtig, war Diakon
bei der Kirche zu Alerandrien. Er zeichnete sich aus durch Wohl-
gestalt, durch Wissenschaft und durch Gcistesgaben, führte einen
unbescholtenen Wandel; war aber unruhigen Geistes und hatte ein
stolzes Herz. Er forschte in der heligen Lehre nicht mit Demuth,
und hielt sich nicht fest an der Kirche des lebendigen Gottes,
welche ist, „der Pfeiler uud die Grundfeste der Wahrheit," deß-
wegen verfiel er in Irrthum in Ansehung der Lehre von Jesus Chri-
stus als dem eingebornen Sohne Gottes. Mit geschäftigem Eifer
breitete er die falsche Lehre aus, und erwarb sich viele Anhänger,
selbst unter den Bischöfen und Priestern, die, wie er, mehr vom
Eigendünkel, als vom Geiste Gottes, und von der heiligen Kirche
sich leiten ließen. Viele eifrige Kirchenvorsteher kämpften muthig
für die reine Lehre, und auch Constantin war ernstlich bemüth, dem
Unheil, welches durch die arianische Parthci in der Kirche Gottes
täglich sich vermehrte, zu steuern; mischte sich aber mehr und ge-
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen