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unter den Kaisern Julian und Valens. 75
bare Feucrklumpcn oftmals hervor, und machten, nachdem verschie:
denemal die Arbeiter verbrannt worden, den Ort unzugänglich, und
als auf solche Weise sie das Feuer beharrlich zurücktrieb, hörte die
Unternehmung auf. Julian sah sich gezwungen von einem Unter:
nehmen abzustehen, gegen welches der Himmel selbst sich offenbar
erklärte, ja durch die Elemente es vereitelte.
Dieses Ereigniß wird nicht nur von den christlichen Schrift-
stellern übereinstimmend, sondern auch von heidnischen bezeuget, fo
daß, wer es bezweifeln wollte, den Glauben an alle geschichtliche
Wahrheit aufgeben müßte. Ein ehrwürdiger Zeitgenoß, der heil.
Gregor von Nazianz, erzählt, es sey am Himmel das Zeichen des
Kreuzes erschienen, worin Theodorct ihm beistimmt, und mit bei-
den stimmten Rusinus, Sokrates und Sozomenus überein, daß an
den Gewänden der Juden sich feurige Kreuze gezeigt haben, welche
sie nicht auszutilgen vermochten, daher viele derselben Jesum Chri-
stum als Gott bekannten, einige mit verstocktem Unwillen, andere
aber mit wahrer Buße, und diese ließen sich taufen.
Bald darauf unternahm Julian einen Feldzug gegen die Per-
ser, ward in einer Schlacht verwundet durch einen Wurfspieß, und
starb am 27tcn Juni des Jahres 36 i, nachdem er 20 Monate
als Alleinherrscher das römische Reich regiert hatte, im 32 tcn Jahre
seines Alters.
Iovianus, der unter Constantius Befehlshaber der Leibwache war,
wurde von den Soldaten zum Kaiser ausgerufen. Er war Christ
und der katholischen Lehre mit Eifer zugethan. Bald nach dem
Antritte der Regierung ließ er Briefe an die Statthalter der Pro-
vinzen ausgehen mit dem Befehl, die Christen in freier Ausübung ihrer
Religion zu schützen. Die Bischöfe, welche unter Constantius
durch die Arianer von ihren Sitzen vertrieben worden waren, kehr-
ten zu ihren Heerden wieder zurück. — Schon am 17ten Hor-
nung 364 starb Iovian. Er ward todt im Bette gefunden.
Am 26ten des nämlichen Monats wurde Walentinian vom Kriegs-
Heere zum Kaiser ernannt. Er war von geringer Abkunft, er
schwang sich aber durch seine Tapferkeit zu den höchsten Kriegswür-
den empor. Bald ernannte er seinen Bruder Nalens zum Mitregenten.
Die Brüder theilten das Reich. Walentinian wählte Illyricn, Ita-
lien, Gallien, Britannien, Spanien, Afrika, das heißt, das römi-
sche Abendland; dem Valens überließ er das Morgenland, das
heißt, alle römischen Provinzen Asiens, Egypten und Thracien.
Valentinian wählte Mailand, Valens Constantinopel zum Kaiser-
sitze. Valentinian war der katholischen Lehre mit Eifer zugethan,
und die Kirche Jesu Christi genoß während seiner Regierung im
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen