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in der katholischen Kirche. 83
Vertrauen, wo man sich und die Seinen dem Schutze eines Engels
empfiehlt, und dann die Hände müssig in den Schoos legt, ohne
seiner Seits selbst mitzuwirken. Den Engeln Anbethung zu bewei-
sen, welche nur Gott allein gebührt, wäre wahre Abgötterei.
Schon seit den ältesten christlichen Zeiten ist die Verehrung
der Engel in der christlichen Kirche gebilliget und empfohlen, aber
auch gegen die Mißbräuche in denselben nachdrücklich gcwcn'net wor-
den. Paulus eifert im Briefe an die Kolosser 2. Kap. 18. 35.
gegen die falsche Demuth, und gegen die abergläubische Verehrung
der Engel. Als der Apostel Iohancs dem Engel, der ihn einen
so tiefen Blick in die Schicksale der Kirche hatte thun lassen, zu
Füssen fallen, und ihn anbethen wollte, sprach der Engel: „Thue
,dieß ja nicht, denn ich bin dein Mitknecht, der Diener deiner
,Brüder. Bethe Gott an ! " Origencs schreibt im 5 ten Buche:
, Wir bekennen zwar, daß die Engel dienstbare Geister sind, welche
,Gott zu jenen Menschen, denen die Erbschaft des Heils zu Theil
,wird, öfters sendet. Diese Engel steigen bald in die reinsten Orte
des Himmel auf, um die Gebethe der Menschen aufzuopfern, bald
, steigen sie zu den Menschen hinab, und bringen jedem das, was
, zu seinem Gebrauche dient, je nachdem er sich der Wohlthat wür-
dig gemacht hat. Diese Geister, welche wir ihres Amtes wegen
, Engel zu nennen gelernt haben, werden in der heiligen Schrift
, mehrmal Götter genannt; sie enthalten ja was Göttliches. Wir
,finden aber kein Geboth, daß wir ihnen die nämlichen Ehren,
, welche Gott gebühren, erweisen sollen. Obwohl sie uns die Ga-
,bcn Gottes überbringen, dürfen wir sie doch nicht anbethen; denn
,alle Bitten, Gebethe, und Danksagungen werden zu Gott, dem
, wahren Herrn aller Wesen, durch den höchsten Priester, welcher
,alle Engel übertrifft, durch das lebendige Wort und Gott gerichtet."
An einem andern Orte spricht Origines: „Wi r preisen die Engel
„selig. Ihnen sind die Segnungen der Menschen anvertraut. Die
„Ehre aber, welche Gott allein gebührt, erweisen wir ihnen nicht."
Athanasius sagt in der dritten Rede wider die Arianer: „Man
,muß Gott allein anbethcn, und die Engel wissen selbst, daß sie,
, obwohl sie andere Geschöpfe an Herrlichkeit übertreffen, doch nur
, erschaffene Wesen sind. Sie werden nicht angebethet, sie gehören
,vielmehr unter diejenigen, welche den Herrn anbethen" Im
, 55stm Hauptstück von der wahren Religion sagt Augustin: „Der
,unterste Mensch muß verehren, was der höchste Engel verehrt.
,Die vortrefflichsten Engel und die vornehmsten Diener Gottes ver:
, langen von uns, wir sollen Gott, dessen Anschauung sie glücklich
,macht, mit ihnen verehren. Nicht das Anschauen der Engel, das
, Anschauen Gottes macht uns selig. Wir lieben die Engel, und
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen