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84 Von den Engeln und Engelfesten
„wünschen ihnen Glück, wir ehren sie durch Liebe, nicht durch Dienst.
„Wir bauen ihnen keinen Tempel. Auf diese Art wollen sie nicht
„von uns verehret seyn. Sie wissen ja selbst, daß, wenn wir fromm
„sind, Tempel des höchsten Gottes sind. Deßwegen hat auch, wie
„wir lesen, der Engel den Menschen (Johannes den Apostel) gehin-
„dert, daß er ihn nicht anbethete. Die Anbcthung gebührt nur
„Gott. Der Engel und der Mensch sind seine Knechte." Im
„Buche von Wittwen schreibt Ambrosius: „Die Menschen sollen zu
„den Engeln bethen, welche ihnen zum Schutze gegeben wurden."
Der heilige Chrisostamus versichert in seiner ersten Rede über das
Gebeth, das Gebeth der Engel zu Gott sey etwas so großes, daß
es selbst ihre Würde übersteige. Durch die Furcht, mit welcher
sie es verrichten, lehren sie unö, wir müssen auch mit einer Freude,
welche durch Furcht gemässigt ist, zu Gott bethen. In der neun:
ten Homilie über den Brief an die Kollosser sagt er, man soll
keine Anrufung und Verehrung (göttliche) und wenn sie auch den
Engeln, den Erzengeln, den Cherubinen erwiesen wird, gedulden.
Diese Mächte selbst nehmen solche Verehrung nicht an. Sie erken-
nen ja, daß der Herr dadurch zurückgesetzt würde.
Die Verehrung, welche wir den Engeln beweisen, soll sich
ganz vorzüglich darin zeigen, daß wir das, was wir an ihnen als
gut und für uns nachahmlich finden, willig ausüben, also: Gottes
Lob in Gesinnung, Wort und That bestandig verkünden, Gottes
Willen mit der Bereitwilligkeit der Engel vollziehen, Gottes Fü-
gungen mit vollkommener Ergebung anbethcn, das zeitliche und
geistliche Wohl unseres Mitmenschen auf alle geistliche Weise zu be-
fördern suchen, unsere bessere (5'rkcnntniß demselben mittheilen, ihn
zum Vertrauen auf die göttliche Vorsehung ermuntern, im Leiden
durch Hülfe und Trost ihn erleichtern, und an seinem Wohl und
Wehe den herzlichsten und thätigsten Antheil nehmen, damit auch
wir auf diese Weise die Schutzengel unserer Brüder werden.
Mensch'.
Nicht nur die sichtbare, sondern auch die Geisterwelt muß dem
lieben Gott dienen, dich selig zu machen. Seine höhern, vorneh-
mern und verklärten Kinder gebraucht er, um dich zu sich zu füh-
ren. Welche Vaterliebe, welche Güte deines Gottes! Welch ein
erhabenes Geschöpf bist du, da sogar höhere Geister sich eine Ehre
daraus machen, dich zu bedienen, dich zu schützen, und zum Gu-
ten dich zu leiten! „Welche Ehre gehet uns zu, — Gott bestimmet
„an uns, als an Freunde, seine Engel zu Dienern." Ambrosius.
Vergesse doch nie, ohne stolz zu seyn, auf die Wmde der Mensch-
heit! Entweihe sie nie durch eine unheilige That!
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen