Seite - (000920) - in Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
Bild der Seite - (000920) -
Text der Seite - (000920) -
86
XIII.
Das Fest aller Heiligen. Von der Verehrung und Anrufung
der Heiligen.
Am l tcn Mrcmbcr rdcr
Es liegt schon in unserer Natur, daß wir demjenigen, der
sich durch Tugend und Rechtschaffenheit auszeichnet, unsere Achtung
erweisen. Die Tugend hat eine innere Schönheit, die ein jeder
empfinden und schätzen muß, wenn er ihr auch nicht ergeben ist.
Sein Herz zwingt ihn dazu. Wenn es dem Guten wohl geht,
so sagt jeder, der vom Neide frei ist: „E r hat es verdient. Es
„soll ihm auch gut gehen." Der Anblick eines sittlich guten Men-
schen muß uns den edlen Wunsch abbringen, wenn wir nur auch
das Gute an uns hätten, das er an sich hat. Von der Stiftung
der christlichen Religion bis jetzt haben unzählige unserer Mitbrüder
den Weg der Tugend gewandelt, haben Gott und ihren Erlöser auf-
richtig geliebt, und diese Liebe durch lebendigen Glauben, durch
eifrige Uebung des Guten, und durch standhaftes Aushaarcn im Kampfe
der Tugend, viele derselben, selbst in Marter und Tod bewiesen.
Sie sind als Gerechte von dieser Erde weggegangen, und genießen
nun die Seligkeit des Himmels, die Gott denen verheißen hat, dic
in seiner Liebe verharren. Wir nennen sie Selige, Auserwählte,
Heilige. Sollten wir diese nicht ehren, nicht ihnen unsere Hochschätz:
ung und Liebe beweisen, uns nicht ihrer Verherrlichung freuen, und
an ihrem Tugcndwandel, den sie auf der Erde geführt haben, uns
erbauen? Sie liebten Gott und den Erlöser. Nun sagt aber (5hri-
stus: „Wer mich liebt, den wird mein Vater wieder lieben, und
,,ich will ihm eine Wohnung bei mir geben." Soll es nicht er-
laubt, nicht sogar Pflicht für uns seyn, diejenigen zu lieben und
zu ehren, die Gott liebet und ehret? Wer der Tugend, und dem
Tugendhaften seine Hochschätzung und Liebe versagt, der giebt den
offenbarsten Beweis, daß er alles Gefühl für Tugend in seinem
Herzen erstickt hat, und folglich ein böser Mensch ist.
Man glaubte ehemals, die Hcldcntugenden am besten durch
feierliche Begehung ihres Andenkens, und durch Feste nicht nur zu
ehren, sondern auch dem Geiste der Nachkommen einzupflanzen.
Dieses Mittel ward gewiß sehr füglich, auch in der christlichen Kir-
che, schon in den ersten Zeiten derselben ergriffen. Die Verfolgun-
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen