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88 Das Fest aller Heiligen.
Fürbitten gelten, welche sie manchmal für Christen, die aus d '^r
Kirchengemeinschaft ausgestoßen waren, einlegten. Tcrtulian, Cy-
prian und Origints legten dem Martertode viele Vorzüge bei, auch
die, welche wegen ihrer Anhänglichkeit an die Religion im Kerker
schmachteten, noch vor ihrer Hinrichtung starben, und Beichti-
ger und Bekenner genannt wurden, wurden selig gepriesen.
Im 12tcn Brief an seine Geistlichkeit sagt der heilige Lyprian:
„Die Tage, an welchem die Bekenner im Gefängnisse sterben, sol-
„len aufgezeichnet werden, daß wir das Andenken an sie, mit dem
„Andenken an die Märtyrer begehen können." „Wi r bringen,
„wie ihr wisset, auch für die Bekenner die Opfer dar, so oft wir
„das jährliche Andenken an die Leiden der Märtyrer halten."
Bei der heiligen Messe dankte man Gott, da" .c den Menschen
aus verschiedenen Ständen beistand, ihr Leben gut zu vollenden,
und bat ihn um ihre Verherrlichung. Die apostolischen Verord-
nungen schrieben den Priestern und dem Volke folgendes Gebeth
vor: „Wi r bitten dich, o Gott! auch für alle Heiligen, welche
„dir von jeher gefallen haben, für die Patriarchen, Propheten,
„Gerechten, Apostel, Märtyrer, Bekenner, Bischöfe, Priester, Kir-
„chendiener, Unterdiencr, Vorlcser, Sänger, Jungfrauen, Wittwen,
„Laien, und für alle, derer Name dir bekannt ist." Von den
Märtyrern schreibt (5'usebius in der evangelischen Vorbereitung 13
B. 11. H. „Man kann sie mit Recht Streiter für die wahre
„Gottseligkeit nennen. Wir pflegen uns bei den Gräbern derselben
„zu versammeln, um unser Gebeth zu verrichten, und ihre glück-
„seligen Seelen zu ehren." Im vierten Jahrhundert sieng man
an, den Einsiedlern und Mönchen eine vorzügliche Achtung zu er-
weisen. Man hielt siV', weil .sie sich alle Annehmlichkeiten des
menschlichen Lebens selbst versagten, und ihre Tage in der äußer-
sten Strenge und Abgeschiedenheit zubrachten, für ein Auswahl der
Menschen, und für Lieblinge Gottes. Im Anfange des fünften Jahrhun-
derts verfaßte der heilige Paulinus von Nola mehrere Lobgcdichte auf
verschiedene Heilige, in welchen er sich in Gebethen und Anrufungen
an sie wendet. Im Htcn Buche von der Stadt Gottes erklärt sich
der heilige Augustin über die Verehrung der heiligen Märtyrer also:
„Wi r richten ihnen keine Tempel, Priesterschaften, Gottesdienste
„und Opfer auf. Wir ehren ihre Gedächtnißplätze als Orte heiliger
„Menschen, welche bis zu ihrem Tode für die Wahrheit gckämvst,
„und dazu, daß die wahre Religion ausgebreitet wurde, beigetragen
„haben. Wer hat es jemals gehört, daß ein Priester beim Altare,
„welcher über dem heiligen Leib eines Märtyrers zu Gottes Ehre
„erbaut wurde, im Gebethe sagte: Ich bringe dir, o Petrus und
„Paulus, oder Cyprianus! ein Opfer dar? Dieses wird Gott
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen