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Das Fest aller Heiligen. 91
und durch ein nüchternes, stilles und gerechtes Leben die Werktage,
die von andern wider die kirchliche Anordnung abergläubisch, als
Feiertage durch Müffiggang und Ausschweifungen e n t h e i l i g e t
werden.
Das Fest aller Heiligen ist auf folgende Weise in der christ-
lichen Kirche entstanden: Nicht lange vor der Geburt unsers Erlö-
sers wurde zu Rom mit großer Geschicklichkeit und Pracht ein run:
der, gewölbter Tempel (in Gestalt einer Halbkugel, 158 Fuß im
Durchmesser) erbaut, und allen Göttern, vorzüglich der Mutter der
Götter, der Cybele, unter dem Namen P a n t h e o n gewidmet.
Als das Christenthum ausgebreitet war, wurden viele heidnische Tem-
pel auf Befehl der Kaiser zerstört. Das Pantheon sollte wegen
seiner Kunst und Pracht als ein öffentliches Gebäude erhalten wer-
den. Einige Zeit blieb es unbenutzt. Dann ward es in eine
christliche Kirche verwandelt. Der Kaiser Phokas überließ es dem
Pabst Bonifaz IV., welcher dasselbe reinigen ließ, und im Jahre
609 am 13ten Mai zu Ehren der Mutter Jesu, und aller Heiligen
Märtyrer unter dem Namen: „ M a r i a zu den M ä r t y r e r n , "
feierlich einweihte.
Gregorius I I I . hat 125 Jahre später,in der St. Peterskirche
eine Kapelle errichtet, und sie der Ehre des Heilandes, der heili-
gen Jungfrau, der heiligen Apostel, aller Heiligen Märtyrer und
Bekenncr, und aller Gerechten, welche auf der ganzen Erde ruhen,
gewidmet. Er hat zu dieser Verehrung Lesestücke, Gebethe und
eine Messe vorgeschrieben. Die Marienkirche zu den Märtyrern er-
hielt aber größere Ehre, uno häufigern Zulauf. Nach und nach
zog sich die Verehrung al ler He i l igen dahin. Das An-
denken an die Einweihung dieser Kirche wurde zu Rom jährlich am
13ten Mai, oder am Sonntage darauf begangen, und im sieben-
ten nnd achten Jahrhundert auch außer Rom bekannt und gefeiert.
Da sich zur Feier dieses Festes, aus allen Gegenden Menschen nach
Rom begaben, so wurde es im Jahre 800 von dem Mai auf
den ersten November, wo mehrere Früchte und Lebensmittel zu ha-
ben sind, versetzt. Um das Jahr 833 hat der Kaiser Ludwig,
das AUerheiligcnfest mit Einstimmung der Bischöfe, in Deutschland
und Frankreich eingeführt. Um die nämliche Zeit machte Papst
Gregor IV. eine Verordnung bekannt, in der er allen Christen
auftrug, in jedem Jahr am 1 tcn November das Andenken an alle
Heiligen zu feiern. Im eilften Jahrhunderte wurde das Fasten am
Vorabende des Festes eingeführt, und im Jahre 1480 von SirtuF
IV. eine Oktave für dasselbe angeordnet.
Wie der Festtag eines einzelnen Heiligen die besondere Ver-
ehrung dieses Freundes Gottes beabsichtiget, so hat der Festag
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen