Seite - (000938) - in Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
Bild der Seite - (000938) -
Text der Seite - (000938) -
104 Auf den Tag aller Seelen.
„jenige, welcher bei dem Altare steht, ruft nicht ohne Ursache:
„ F ü r A l le , welche in Christo verschieden sind, und,
„ f ü r die, welche für sie das Gedächtniß begehen.
„Denn es würde, wenn kein Andenken für sie geschähe, auch die:
„ses nicht gesprochen. Wir sollen kein Bedenken haben, den Ver-
„storbenen Hilfe zu leisten, und für sie unser Gebeth zu verrichten.
„W i r haben ja ein allgemeines Sühnopfer auf Erden."
Der nämliche Kirchenvater spricht i» der 24sten Homilie über
Johannes: „Sollen wir nicht, da das Volk mit ausgespannten
„Armen, und die Versammlung der Priester bei dem schrcckbaren
„und verehrungswürdigen Opfer dasteht, Versöhnung bei Gott
„erlangen, wenn wir für die Gestorbenen bitten? Dieses gilt
„von denjenigen, welche im Glauben verschieden sind. Die Kate-
„ chumencn werden dieser Tröstung nicht gcwürdigct. Sie sind
„aller Hilfe beraubt, außer einer, die wir ihnen erzeigen können:
„wi r dürfen für sie den Armen geben." „Die Menschen," schreibt
Gregor der Große im 4ten Buch der Gespräche 50 H. , „werden
„durch den Anblick der Gräber an ihre Verwandte und Freunde
„erinnert, und beten für sie zu Gott." Der heilige Augustin
sagt in seinem Enchiridion: „Man kann nicht läugnen, daß die
„Seelen der Verstorbenen nicht durch die Andacht ihrer lebendigen
„Freunde getröstet werden, wenn man das Opfer des göttlichen
„Mittlers aufopfert, oder für sie in der Kirche Almosen gibt.
„Diese Sachen nützen aber nur denen, die es im Leben verdient
„haben. Es gibt ein so heiliges Leben, das dieselben nicht von-
„nöthen, und ein so sündhaftes, das keinen Nutzen davou hat.
„Das Opfer wird für die Heiligen zur Danksagung aufgeopfert;
„ für diejenigen aber, welche noch etwas abzubüßen haben, ist es
„ein Versöhnopfer." Im Anfange des Buches von der Sorge
für die Verstorbenen sagt er: „Man muß die Bitten für die Gei:
„ ster der Gestorbenen nicht übergehen, welche die Kirche für alle
„ in der christkatholischen Gesellschaft Gestorbenen insgemein, ohne
„daß sie ihre Namen besonders ausspricht, Gott darbringt. Auf
„diese Art erhalten diejenigen, für welche keine Eltern, Kinder
„oder andere Anverwandte oder Freunde rufen, von einer guten,
„gemeinschaftlichen Mutter Hilfe."
In den ältesten Zeiten hatte man in den Kirchen - Verzeich-
nisse, in welchen nicht nur die Namen der Lebenden, dcrcr man
bei der Gottesverehrung vorzüglich gedenken wollte, aufgeschrieben
waren, sondern auch die der Gestorbenen, besonders derjenigen,
welche sich um die Kirchen verdient gemacht hatten. Diese Namen
wurden unter der Messe laut vorgelesen. Dann rief der Bischof
oder Pfarrer Gott für jene an, welche im Glauben vorangegangen
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen