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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
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und Reliquien in der kacholischen Kirche. 121 Gnaden- oder Wunderbilder nennt? — Nein, auch diese nicht, und man sollte deßhalb gar keine Bilder so nennen! Wer glaubt, ein Kreuz, oder ein anderes Bild habe einen besondern Werth, eine in- nerliche und übernatürliche Kraft, und wer ihm deßhalb irgend eine Verehrung bewiese, ohne sie auf Jesus, oder den Heiligen, den es vorstellt, zu beziehen, würde sich der Abgötterei schuldig machen, und daher schwer gegen das erste Geboth Gottes sündigen. Bild ist Bild, und kein Bild hat vor einem andern in geistlicher Hin: sicht einen Vorzug, außer dem, daß das eine durch seine bessere Darstellung, einen tieferen Eindruck, als ein anderes, auf uns ma- chen kann. Gefällt es Gott, bei einem Bilde außerordentliche Hilfe zu ertheilen, oder Wunder zu wirken, so dürfen wir diese keines- wegs dem Bilde, oder dem Heiligen, der in demselben abgebildet ist, zuschreiben. Gott allein ist es, von dem alle gute Gabe kommt. Er allein, und kein Heiliger, also noch viel weniger ein todtes, lebloses Bild kann Wunder wirken. Wenn die Kirche ein Bild, bei welchem Gott Wunder gewirkt hat, mit größerer Ehrfurcht, als andere aufbewahrt, so thut sie es nur deßwegen, weil es nebst dem, daß Jesus oder ein Heiliger dadurch vorgestellt wird, zum Denkmal der Allmacht und Güte Gottes dient. Die Bilder, welche in den Gotteshausern :c. aufgestellt wer- den, erhalten eine Benediction d. h. sie werden durch gewijse, von der Kirche vorgeschriebene Gebethe und Ceremonien zum geistlichen Gebrauche bestimmt, und eingesegnet. Dabei ist aber die heilige Kirche, und jeder erleuchtete katholische Christ weit entfernt, zu glau- ben, daß das Bild durch diese Einsegnung etwa eine besondere Kraft oder Wirksamkeit erhalte. Das Gebeth, welches bei der Ein- segnung des Kreuzes gesprochen wird, stellet uns dasselbe zum Zei- chen der unaussprechlichen Liebe und Erbarmung dar, womit der Sohn Gottes unser Heil durch seinen Tod am Kreuze erworben hat. Die Beräucherung des Kreuzes, der Kuß und das Nieder- knieen bedeuten die inbrünstigste, ehrerbiethigste un'- dcmuthsvollste Danksagung, die unserm Erlöser für seine Liebe gebührt. — Das Gebeth zur Einsegnung eines Muttergottesbildcs erinnert uns, Gott dafür zu preisen, daß er die seligste Jungfrau Maria so vorzüglich begnadiget, und sie zur Würde, die Mutter des göttlichen Sohnes zu seyn, erhoben hat; er wolle nun auch ihre Fürbitte für uns gnädig erhören. Das Gebeth zur Einsegnung anderer Heiligenbil- der weiset uns an, daß, so oft wir sie mit leiblichen Augen an- schauen, wir allzeit in unserm Andenken auch ihren heiligen und tugendhaften Wandel zur Nachahmung betrachten sollen, so werde uns die Fürbitte der Heiligen desto mehr zu Statten kommen.
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
Titel
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Untertitel
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
Band
2
Autor
Anton Mätzler
Verlag
Landshut Verlag
Ort
Wien
Datum
1840
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
9.8 x 16.9 cm
Seiten
982
Schlagwörter
Kirche, Gott, Glaube, Religion
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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