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t24 Von dem Gebrauche und der Verehrung der Bilder
ermuntere dich zur Nachahmung, mit dem Vertrauen, daß sie dir
ihre mütterliche Fürbitte um die gottliche Gnade nicht versagen werde.
Kommt das Bild cincs andern Heiligen dir zu Gesichte, so beher-
zige den Glauben und die Tugend desselben; halte dir vor die ein-
zelnen erbaulichen Züge aus dessen Lcbensgeschichte ^, besonders jene,
welche mit deinen eigenen, besondern Umständen und Verhältnißen
am meisten übereinkommen, und belebe auf diese Weise deinen Glau-
ben, deinen Eifer zum Guten u. s. w.
Ach, würde man, statt die unlautern Gemälde anzuschauen,
auf die reinste der Jungfrauen, und auf so viele Heilige, die lie-
ber ihr Leben als ihre Reinigkeit verloren haben, seine Blicke hef-
ten, es würden gewiß reinere und keuschere Gefühle in uns erweckt
werden! Wollten die, welche so gerne im Spiegel aus Eitelkeit
sich beschauen, recht oft auf das Kreuz des Heilandes, auf das
Bild Mariens u. d. gl. sehen, so würden sie die Flecken ihrer
Seele erkennen.
Werden durch die Bilder verschiedene Begebenheiten aus der
Geschichte der göttlichen Religion deinen Augen vorgestellt, z. B. die
Geburt Jesu u. a., so verweile bei dem Anblicke derselben, rufe die
vorgestellte Begebenheit recht lebhaft in dein Gedächtniß, stimme
dein Herz zur Anbcthung des dreiciuigen Gottes, zur Bewunder-
ung der Liebe, der Barmherzigkeit und der geheimnißvollen Wege
Gottes für das Heil der Menschen, zur ernsten Beherzigung der
erhabenen Menschenwürde, und des großen Frevels, wenn dieselbe
durch Sünde und Thorheit erniedriget und entehrt wird, — zur freu-
digen Zuversicht auf die großen Verheißungen und Hoffnungen, die
uns geworden sind, von der Liede des himmlischen Vaters durch
seinen ewigen Sohn u. s. w.
Auf solche Weise werden dir die geistlichen Bilder sehr heil-
sam seyn. Meide aber sorgfältig allen zweckwidrigen und abergläu^
bischen Gebrauch derselben. Die oben angeführten Kirchen-Entschei-
dungen belehren dich ganz klar, daß es nicht heilsam wäre, wenn
du gewissen Bildern zuliefest; wenn du glaubtest, daß gerade dort
deine Andacht Gott gefälliger sey, dein Gebeth sicherer erhört werde;
wenn du die Hoffnung, und das Vertrauen zu ihnen hättest, daß
dir gerade bei diesen Bildern, als wären sie mit besonderer Gnaden:
und Wunderkraft begabt, geholfen werde; wenn du deinen Rosen-
kranz, ein Bild u. d. gl. dort anrührtest, als ob eine Kraft von
ihnen ausginge; wenn du sie Gnaden- und Wunderbilder nenntest,
Lichter dabei anzündetest, Opfer aufhängtest, oder sonst etwas der-
gleichen thätest, um diese Bilder als solche auszuzeichnen, denen vor
andern eine besondere Meinung und Achtung gebühre. — Laß dich
durch das, was andere thun, nicht mißleiten. Laufe nicht diesem
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen