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Es ist hier nähmlich eben so der ockerige, lehmige, ganz zn Mel,l
zerreibliche Brauneisensteil!, der bin und wieder, aber an wenigen
Puncten, auch fester, dann aber auch mit Schwefelkies verun-
reinigt wird; außerdem sindeu sich mitten im Erzlager einzelne
abgeschiedene Kalkmitte!,
Der Abbau wird hier ähnlich wie im Kammelstollen sehr,-
unregelmäßig mit horizontalen Firstenstraßen betrieben, wobei
immer gezimmert werden muß, und zwar da hie Räume nicht
schnell «ersetzt werden, so entstehen nach und nach große Wei<
tungen, in denen ganze Wälder von Stämpeln erscheinen, die
noch in der Firste und Sohle mit Iöchern und Grundsohlen »er-
sehen sind. Die Nersatzbcrgc verschafft man sich ans Hangend»
und Lirgendschlägen, und treibt wohl auch mitunter das Ans-
längcn im Tauben, um Versatzberge zu gewinnen. In der vielen
Zimmeruug, von der man beim Versetzen gar nichts mehr ge-
winnt, so wie in der kostspieligen Herbeischaffnng der Versatz-
berge, die man mitunter sogar aufwärts fördert, liegt wohl der
Grund, daß die Zimmernngs- und Versetzungskosten '/, der ge<
sammteu Gestehungskosten betragen. Sehr zweckmäßig könnte
man auch hier die Erzgewinnung mittels eines geregelten Fir-
stenbaues einleiten, «der da das Verstachen nur 1t> Grade be-
trägt, einen für mittelmächtige Flöhe passenden Abbau einfüh-
ren, wobei man das Hangend, um sich dabei die Nersatzberge»
zu ersparen, regelmäßig hinter sich «erbrechen lassen könnte, >!'
Die Förderung abwärts der steilen Strecken und Aufbrüche^
geschieht hier ebenfalls mit Schlepptrigcn (die in diesen Fälle»,
viel Brauchbares haben), und nach dem Leopoldstolten hinaus,,,
mit einer Art Schienenbahn, ans der etwas größere, sonst aber/
gewöhnliche ungarische Hunde gelaufen werden, die an den, Rä-
dern keine Spuischeibeu bade»; um jedoch das Abgleiten des,
Hundes zu verhindern, sind an dem Gestänge von außen hölzern^.
Leisten aufgenagelt; das Gestänge war ursprünglich nur von'
Holz, ist aber jetzt schon großen Theils mit Zisenschienen be<
schlagen. Zur Förderung des Grubenkleins oder Damms hat man
hier eine eigene Vorrichtung, die ihrer Eigenthümlichkeit wegen
etwas näher beschrieben werden soll.
Die steiermärkisch-ständische montanistische Lehranstalt Vordernberg - Ein Jahrbuch für den innerösterreichischen Berg- und Hüttenmann
Ihr inneres Streben und Wirken und die derselben zugewandten Unterstütung von außen
- Titel
- Die steiermärkisch-ständische montanistische Lehranstalt Vordernberg - Ein Jahrbuch für den innerösterreichischen Berg- und Hüttenmann
- Untertitel
- Ihr inneres Streben und Wirken und die derselben zugewandten Unterstütung von außen
- Autor
- Professor Tunner
- Verlag
- Andreas Leykam'schen Erben
- Ort
- Vordernberg
- Datum
- 1841
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 18.75 x 29.69 cm
- Seiten
- 280
- Schlagwörter
- Bergbau, Bergwerk
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen
- Universitäten und Institutionen Institutionen