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und im weitern Streiche,, gegen Nordwest aber noch mächtiger
wird, nnd ein durchschnittliche« Einfallen nach Stunde 15 mit 4l»
bis 45 Grad zeigt. In dieser großen Mächtigkeit des Kalkes kom-
inen nun die Erzmittel nebst einigen unbeträchtlichen Schieserkei-
len ziemlich unregelmäßig vor; im Allgemeinen erscheinen die Erz-
Mittel jedoch lagerförmig, und dieserwegen werden sie örtlich auch
einzeln als Lager benennt, selbst dann, wenn sie niehr gang-, oder
stock-, oder putzenförniig erscheinen. Löllingcr Seils unterscheidet
man vier solcher Erzlager, die vom Liegend znm Hangend ge-
zählt, das Groflatticher, Schacht-, Ackerbau« und Abendschläger-
Lager genannt werden; sie sind durch vier Stollsohlen in Abbau
genommen, als: die Sohle des Martini-, Haller-, Gcorgi- und
Erbstollens, wouon bei dieser Ercursion aber nur die unterste ganz
befahren werden konnte, auf welcher folgende Beschaffenheit ge-
nannter Erzmittel zu entnehmen war:
Das Großattichlager hat auf der Erbstollensohle in derben
Erze» eine söhlige Mächtigkeit von 4 bis 5 Lachtcrn, welche aber
morgenseitig bis zu 39 Lachter anwächst, indem durch Kalkkeilc
die Erze in 4 Partien zertheilt werden, wovon die einzelnen
Partien fast regellos sich verhalten, meistens ein dem Haupt-
lager entgegengesetztes Einfallen zeigen, verschiedenes Streichen
haben und häufig Hacken werfen. Die Halktcile sind nicht immer
robwandartig, sondern oft grobkristallinisch, obgleich die einge-
schlossenen Erze gewöhnlich den schönsten Braunerzen angehören;
übrigens gehen hier die Erze nicht bloß in der Teufe, sondern
anch morgenseitig im Streichen, also dem Tage zu, in Weißerz
über. Im Ganzen mag dieses Lager dem Streichen nach gegen
180 Lachter ausgerichtet seyn. Es ist aber wahrscheinlich, daß
dieses Erzmittel jenseits der Negränzungslinie im Hüttcnberger
Reviere noch 4U Lacht« im Streichen, unter dem Nahmen' des
dritten Hangendlageis, bebauet wird, oder es setzt vielleicht im
hüttenberg'schen taub fort; denn im Narbarastollen ist ans Seite
Hüttenberg, bei 40 Lachter vom Liegendschiefer entfernt, ein aus
Letten, Ocker und mürben Gestein- und Rohwand-Knaucrn be-
stehendes taubes Mittel verkreuzt worden, welches ganz dem
Charakter der Vertaubung dieser Erzmittel, wie selbe nn andern
Die steiermärkisch-ständische montanistische Lehranstalt Vordernberg - Ein Jahrbuch für den innerösterreichischen Berg- und Hüttenmann
Ihr inneres Streben und Wirken und die derselben zugewandten Unterstütung von außen
- Titel
- Die steiermärkisch-ständische montanistische Lehranstalt Vordernberg - Ein Jahrbuch für den innerösterreichischen Berg- und Hüttenmann
- Untertitel
- Ihr inneres Streben und Wirken und die derselben zugewandten Unterstütung von außen
- Autor
- Professor Tunner
- Verlag
- Andreas Leykam'schen Erben
- Ort
- Vordernberg
- Datum
- 1841
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 18.75 x 29.69 cm
- Seiten
- 280
- Schlagwörter
- Bergbau, Bergwerk
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen
- Universitäten und Institutionen Institutionen