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Das Auffinde» des Erzansbisses konnte jetzt keiner großen
Schwierigkeit niehr unterliegen; ich durfte bloß von den gefun-
denen Tagstnfcn aus genau nach der entgegengesetzten Richtung
ihrer Bewegung meine Schurfmanipulation einleite,,, und der
Ausbiß mußte unfehlbar zum Vorscheine kommen, — Nie gedacht,
so gethan! — Am nächsten Tage stellte ich sogleich zwei Bcrgar-
beiter an, welche in 2 Tagen, also zusammen in 6 Schichten de»
Ausbiß entdeckten, und zugleich bei 20 Eentner Erz eroberten,
während früher durch einen so langen Zeitraum und mit mehr
als 2969 fl. Unkosten nichts gefuuden werden konnte.
Da der Ausbiß diese« Eisensteinlagers nur 4 Schnh Länge
nnd 2 Schnh Mächtigkeit, dann eine Dammerdedecke von ? Schuh
über sich hatte, ferner »on dem dort vorkommenden Kalklager
mehr als 29 Klafter im Hangenden entfernt war, auch außer
gewöhnlichem Schiefer keine besondere Steinbeglcitung mit sich
führte, ein widerfinniges Verflachen zeigte, und endlich in der
Gegend des Ausbisse«, bis auf 12 Klafter Entfernung, leine Erz«
stufe Übertags zu finden war, so folgt hieraus, daß die Anfschür«
fung dieses Erzausbisses durch geognostische Combination nicht
möglich, eine zufällige Entdeckung desselben kaum denkbar, daß die
tiefer unten eingetriebenen Schürfstollen ungeheuere Langen hätten
erhalten müssen, daß die höher oben widersinnig einsitzende Lager»
statte damit wäre überfabren worden, und daß überhaupt alle
unter ähnliche» localitätsüerhältmffen vorkommenden Erzansbisse
und ihre Lagerungsstättc ganz allein nur mit einer solchen Schürft
Methode eutdeckbar sind und an's Tageslicht gebracht werden kön-
nen, welche sich auf das Gesetz, nachdem sich die Stufen vom Aus-
bisse zerstreuen, gründet; weil in solchen Fällen außer den Erz-
findlingen lein anderer Leitfaden für den Schürfer denkbar ist.
Bei weiterer Verfolgung der bemerkten aufgeschürften Erz-
lagerstätte zeigte sie eine Mächtigkeit von 5—6 Schuh, und erst in
beträchtlicher Tiefe iu der Sohle kam Kalk als Begleiter vor.
Es wird zwar ohnehin Niemand zweifeln, daß es noch unge-
mein viele banwürdige, auffindbare, bis jetzt noch unbekannte
Die steiermärkisch-ständische montanistische Lehranstalt Vordernberg - Ein Jahrbuch für den innerösterreichischen Berg- und Hüttenmann
Ihr inneres Streben und Wirken und die derselben zugewandten Unterstütung von außen
- Titel
- Die steiermärkisch-ständische montanistische Lehranstalt Vordernberg - Ein Jahrbuch für den innerösterreichischen Berg- und Hüttenmann
- Untertitel
- Ihr inneres Streben und Wirken und die derselben zugewandten Unterstütung von außen
- Autor
- Professor Tunner
- Verlag
- Andreas Leykam'schen Erben
- Ort
- Vordernberg
- Datum
- 1841
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 18.75 x 29.69 cm
- Seiten
- 280
- Schlagwörter
- Bergbau, Bergwerk
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen
- Universitäten und Institutionen Institutionen